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01. Juni
2022
"Welche Werte gelten noch?“ Blog-Post Bild

"Welche Werte gelten noch?“

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

Wenn der Krieg in der Ukraine eines deutlich machte, dann die Tatsache, dass Werte wieder neu überdacht werden müssen. Manche Utopie hat sich in den letzten Monaten und Jahren in nichts aufgelöst. Die Utopie vom globalen Dorf entschwindet und die des sich immer höher entwickelnden Menschen zu immer edleren Idealen und daraus resultierenden Handlungen ebenso.

Es ist, als ob wir aus einem allzu schönen Traum aufgewacht sind.

Dabei fragt man sich, wie es kommt dass z.B. unsere grünen Minister deutlich entschiedener sich für schnelle militärisch materielle Hilfe für die Ukraine ausgesprochen haben als ihre sozialdemokratischen Regierungspartner.

Wer sich an die rotgrüne Regierung unter Kanzler Schröder erinnert kann sich auch noch erinnern, dass es der damalige Außenminister Joschka Fischer war, der „den ersten deutschen Kriegseinsatz nach dem Zweiten Weltkrieg,“1 rechtfertigte „als sich deutsche Truppen am Einsatz der NATO im Kosovokrieg beteiligten“2.

Was waren die Gründe? Seine Werte!

In seiner Rede vor dem Sonderparteitag der Grünen am 13.5.99 sagte er: „Auschwitz ist unvergleichbar. Aber ich stehe auf zwei Grundsätzen, nie wieder Krieg, nie wieder Auschwitz, nie wieder Völkermord, nie wieder Faschismus. Beides gehört bei mir zusammen.“3

Diese hier zitierten Werte hatten Konsequenzen und haben wohl auch in der Ukraine ihre Auswirkungen, wenn auch die Akteure nun andere sind.

Werte haben immer Auswirkungen, ob wir uns ihrer bewusst sind oder nicht. Daher ist es umso wichtiger uns ihrer bewusst zu werden. Das heißt, uns bewusst zu werden, welche Werte wir haben, ob wir sie haben wollen, und wenn nein, durch welche wir sie dann ersetzen wollen?

Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung des Sinnes, ...
(Röm.12:2a)

Paulus sagt in Römer 12:2, dass wir verändert werden sollen durch die Erneuerung unseres Sinnes, unseres „Nous“. „Nous“ kann „der Verstand, Intellekt, Verständnis, Verstandesvermögen, Urteil, Meinung, Gefühl, Gedanke, Vorstellung, ständiger Geisteszustand, Gemütsverfassung“ bedeuten. Wir sollen also in unserem inneren Wesen, was letztlich verantwortlich für unser Handeln ist, erneuert werden.

Wie passiert das? Wie bekommen wir ein erneuertes inneres, eine erneuerte Gedanken- und Gefühlswelt?

Paulus spricht im Galaterbrief von einem Vorher und Nachher. Von einem Leben aus dem nicht erneuerten Menschen und einem Leben aus dem erneuerten.

In Galater 5:19-21 lesen wir: „19 Offenbar aber sind die Werke des Fleisches; es sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, 20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen, 21 Neidereien, Trinkgelage, Völlereien und dergleichen.“

Wenn man sich unsere Welt anschaut, dann wird man genau diese Lebensäußerungen erleben. Paulus sagt dann, dass wer so lebt, wer sein Leben auf diese Weise führt, Gottes Reich nicht erben wird, keinen Zutritt haben wird.

Dagegen stellt er dann etwas anderes: „22 Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, 23 Sanftmut, Enthaltsamkeit.“

Paulus meint hier aber nicht die Anstrengungen unseres menschlichen Geistes, sondern die Auswirkung des Geistes Gottes in uns und des geistlichen Menschen in uns, der unter der Anleitung des Heiligen Geistes diese Frucht in uns hervorbringt.

In unserer nächsten Predigtserie wollen wir uns intensiv mit diesen unterschiedlichen Aspekten des Lebens im Geist und durch den Geist befassen, weil wir als Älteste denken, dass wir wieder neu über diese „Werte“ in unserem Leben nachdenken sollen. Sie sind ja grundlegend für unser Denken und Handeln.

dass ihr prüfen mögt, was der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.
(Röm 12:2b)

Wir möchten Euch einladen, mit uns diese Themen gründlich anzuschauen in den Gottesdiensten, die sich vom 5.6-17.7 in der Themenreihe „Der heilige Geist und seine Frucht“ damit befassen.

Wenn du dich aber fragst, wie du denn vom „Vorher zum Nachher“ kommst, möchte ich dir kurz erklären wie, man ein neues Leben bekommt.

Jeder von uns ist nicht nur zur Sünde fähig, sondern muss sündigen, weil er nicht anders kann. Z.B. muss man keinen Menschen das Lügen lehren. Das kann jeder. Warum? Weil wir eine durch die Sünde verdorbene Natur haben. Jesus Christus, der ewige Sohn Gottes kam, um uns von dieser Natur zu erlösen. Er hat unsere Sünde auf sich selbst geladen und ist für uns, also an unserer Stelle gestorben.

Weil Er nicht im Tod festgehalten werden konnte, denn Er hatte selbst keine Sünde getan, stand Er von den Toten auf und ist in den Himmel gefahren. Dort hat Er sich zur rechten Seite des himmlischen Vaters gesetzt und Dieser hat Ihm die Macht gegeben über alles zu herrschen. Und Jesus tut das und hat uns und unser Wohl immer im Blick.

Wenn du Jesus erlaubst, dass Er dir deine Sünde abnimmt, und du Ihm im Gegenzug dein Leben übergibst, dann bekommst du ein neues Leben, ein Leben das nicht mehr sterben kann, weil es dir von Gott geschenkt ist.

Dieses neue Leben erlaubt dir Dinge zu tun, die du vorher nicht konntest. Du musst z.B. nicht mehr lügen, neiden, habgierig sein, alles ausleben, wonach du Lust hast, selbst wenn es dich kaputt macht.

Du kannst zu all dem, was wir in Galater 5:19-21 gelesen haben, nein sagen. Und weil du mit dem neuen Leben eine neue Natur bekommen hast, kannst du all das, was in Galater 5:22+23 steht, ausleben.

Ist das nicht ein Tausch, den niemand verpassen sollte?

Wir laden dich ein, diesen Tausch zu vollziehen und zu erleben wie du ein neuer Mensch wirst.

Wir laden dich ein, wenn du dazu Fragen hast, dich bei uns zu melden, vorbeizukommen und deine Fragen zu stellen.

Wir und die ganze Regiogemeinde sind bereit, dir so gut wir können auf deine Fragen Antworten zu geben und dir zu helfen zu dem Menschen zu werden, der du nach Gottes Willen sein sollst.

1 https://de.wikipedia.org/wiki/Rede_Joschka_Fischers_zum_NATO-Einsatz_im_Kosovo

2 https://de.wikipedia.org/wiki/Rede_Joschka_Fischers_zum_NATO-Einsatz_im_Kosovo

3 https://de.wikipedia.org/wiki/Rede_Joschka_Fischers_zum_NATO-Einsatz_im_Kosovo

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01. Mai
2022
"… aber  seid getrost …“ Blog-Post Bild

"… aber seid getrost …“

veröffentlicht in Monatsbrief von Jürgen

Viele kennen den Vers aus Joh. 16:33. Jesus spricht zu seinen Jüngern von Angst: «In der Welt habt Ihr Angst». Und wenn wir uns umschauen, finden wir genug, was uns Angst einflössen kann.

Da sind vielleicht unsere eigenen Probleme, die uns Angst einflößen können, wie Angst vor Krankheit, Sorge um den Job, Ängste um Ehe und Familie, Sorgen um die Kinder (selbst wenn sie aus dem Haus sind). Darüber hinaus aber sind viele weitere Themen, mit denen wir von aussen schon fast bombardiert werden und die ebenfalls dazu führen können, dass uns Ängste beschleichen. Bis vor Kurzem war es noch Corona, aktuell ist es wohl eher der Krieg in der Ukraine und die Sorge, dass er noch weiter um sich greift. Dann hören wir von der drohenden Klimakatastrophe, erleben die steigende Inflation, hören von der zunehmenden Unsicherheit der Renten und so vieles mehr.

Dies habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.
(John 316:33)

Die Liste könnte man noch lange fortsetzen und jedem von Euch fallen sicher auch noch weitere Themen ein, die Ängste in uns aufsteigen lassen. Aber mal im Ernst. Warum haben wir denn diese Ängste? Kommt es nicht daher, dass wir immer wieder merken, dass wir unsere Zukunft nicht in unserer eigenen Hand haben? Wir wünschen uns und unseren Lieben das Gute, aber wir können es nicht machen, nicht sicherstellen. In diese Ängste hinein sagt Jesus diesen Satz «In der Welt habt Ihr Angst.» Es klingt erst mal wie ein Zugeständnis, wie ein «Ist ok, das ist halt so». Gott sei Dank geht der Vers aber weiter. Jesus will uns rausholen aus unseren Ängsten. Mein Grossvater sagte immer zu mir, «Angst ist ein schlechter Berater». Und es stimmt. Angst kann zwar auch ein Schutz vor Übermut sein, aber in den viel häufigeren Fällen ist sie nichts Gutes. Ängste lähmen. Ängste machen uns misstrauisch, fördern unseren Egoismus und Eigennutz, schüren Neid und spalten Beziehungen. Es kann unsere Familien, unsere Teams bei der Arbeit, unsere Hauskreise, uns als Gemeinde auseinandertreiben. Dabei sind wir doch berufen, in Einheit zusammenzustehen, in unseren Ehen und Familien genauso wie als Gemeinde. Wir sind dazu berufen, EIN Leib zu sein.

«… aber seid getrost …». Jesus weiss, was es heisst, Angst zu haben. Erst an Ostern haben wir in der Predigt an Gründonnerstag von Jesu Angst gehört, als es auf sein Leiden und Sterben zuging. Jesus kennt existenzielle Ängste. Und er weiss, dass das zu unserer menschlichen Natur gehört, Angst zu bekommen vor Ungewissem, vor Bedrohung, vor Schmerz, vor Leid. Aber Trost ist etwas, «das im Leid aufrichtet» bzw. «das Leid vermindert, erleichtert» (www.dwds.de). Aber diese Aufforderung Jesu wäre auch nicht viel wert, wenn nicht noch der dritte Teil dieses Satzes wäre: «denn ich habe die Welt überwunden».

Das ist kein schwacher Trost nach dem Motto «Ich bin schon mal vorgegangen und keine Sorge, Ihr kommt ja dann auch bald mal nach.» Nein, es ist ein starker Trost. Jesus hat die Welt nicht vor uns (zeitlich) sondern für uns überwunden. In 1. Joh 5:4 schreibt Johannes, dass alles, was aus Gott geboren ist, die Welt überwindet. Also auch Du und ich, die wir von Jesus gerettet wurden.

Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt; und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.
(1.Joh. 5:4)

Wir leben noch in der Welt, aber wir sind nicht mehr von der Welt. Wir leben in derselben Welt wie jeder andere Mensch auch, aber wir sind nicht mehr von dieser Welt und ihren Geschehnissen abhängig. Wir sind in Christus, haben unser Bürgerrecht in den Himmeln und können in dem Bewusstsein leben, dass wir einzig und allein von Gott abhängen.

Wir haben in der Corona-Zeit gerade diesbezüglich vieles gelernt und es ist schön, wie wir als Gemeinde in dieser Zeit des Jonglierens rund um einen guten Umgang mit dem Risiko einer uns weitgehend unbekannten Viruserkrankung Zusammenhalt üben und lernen konnten.

Die Frage ist nicht, ob eine ungewisse, unbekannte Gefahr droht oder nicht. Die Frage ist, wie wir auf die Konfrontation mit ihr reagieren. Wenn wir dann anfangen, uns einzuigeln und selbst abzusichern, leben wir an Gottes Berufung vorbei. Denn das passiert immer auf Kosten anderer. Ja schlimmer noch. Es ist Götzendienst, denn wir verlassen uns nicht mehr auf Gottes Treue und Versorgung sondern auf uns selbst, unser Konto, unsere Familie, unser irgendwas.

Wer ist es aber, der die Welt überwindet, wenn nicht, der da glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist?
(1.Joh. 5:5)

Krisen wie die Coronakrise werden wir noch viele erleben und sie werden zunehmen und uns persönlich auch immer näher betreffen. Bisher waren wir Mitteleuropäer ja lange Jahre weitgehend verschont geblieben.

Wir werden Bedrohung, Gefahren, Anfeindungen, vielleicht auch materielle Not und Einschränkung erleben. Aber Angst darf nie zum Antrieb unseres Handelns werden. Vielmehr dürfen wir uns auf Gott stützen, der uns sagt «Ich habe die Welt überwunden» und uns damit zusagt «und Du hast sie mit mir überwunden».

Das ist «Gute Nachricht». Gründe für Sorgen und Ängste wird es immer geben. Aber wir dürfen von diesen weg und statt auf uns auf unseren Erlöser schauen. Und wir dürfen uns dabei gegenseitig helfen. Auch hierin brauchen wir einander. Und die Welt um uns herum braucht uns genauso. Sie braucht uns als Botschafter dieser guten Nachricht und als sichtbares und glaubwürdiges Zeugnis, dass es in Christus echte Freiheit gibt – auch von Angst.

An Ostern haben wir die Befreiung von der Macht von Sünde und Tod gefeiert. An Pfingsten werden wir feiern, dass Gottes Geschichte weitergeht und Gott seine Kinder mit seinem Heiligen Geist ausstattet und befähigt «bis an die Enden der Welt» diese Botschafter der Erlösung und Freiheit in Christus zu sein.

Statt wie das Kaninchen vor der Schlange wie gelähmt und erstarrt zu kauern, dürfen wir als Überwinder über die Schlange, welcher Christus bereits den Kopf zertreten hat, hinweggehen und der Welt davon berichten, dass die «alte Schlange», der Teufel besiegt ist und damit auch seine Werkzeuge uns nicht mehr beeindrucken müssen.

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01. Apr.
2022
"Charisma und Charakter“ Blog-Post Bild

"Charisma und Charakter“

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

Man kann kaum eine Zeitung aufschlagen (analog oder digital) in der nicht über irgend einen Skandal berichtet wird. Und oft sind es auch die Kirchen, die für die Schlagzeilen sorgen. Warum ist das so? Warum sind selbst die Gemeinden oder Kirchen, die das Evangelium doch so hoch halten, nicht davor gefeit, in Skandale von Machtmissbrauch und sonstige Arten von Missbrauch verwickelt zu werden?

Was hat das Kreuzes- und Auferstehungsgeschehen denn dann gebracht?

Hat Jesus durch Seinen Tod und Auferstehung wirklich die Realität für Seine Nachfolger verändert?

Können sie ein anderes Leben führen als sie es ohne diesen Jesus würden?

Jesus war das vollkommene Versöhnungsgeschenk und Versöhnungsopfer Gottes. Er war das vollkommene Charisma, die vollkommene Gabe Gottes. Und Er war auch der vollkommene Charakter Gottes. In Seinem Leben fand sich weder ein sündiger Gedanke noch eine sündige Tat noch eine sündige Haltung.

Wir sind noch nicht vollkommen, auch wenn in unserem Leben etwas Neues, ein neuer geistlicher Mensch entstanden ist.

Ja, Jesu Auferstehung hat Leben und Unvergänglichkeit ans Licht gebracht. Und ja, wir können die Kraft Seiner Auferstehung in unserem Leben erleben, wenn wir von neuem geboren sind.

Aber wir sind noch nicht vollkommen erlöst. Wir stecken immer noch in unserem Leib fest, der noch nicht erlöst ist und den zu beherrschen wir nun herausgefordert sind.

Besser ein Langmütiger als ein Held, und besser, wer seinen Geist beherrscht, als wer eine Stadt erobert.
(Spr 16:32)

Dieser Leib ist es, der uns mit seinen Begierden immer wieder zur Sünde hin ziehen will, dem wir aber seinen Willen nicht lassen, sondern ihn für mit Christus gekreuzigt halten sollen.

Das ist Teil der Verleugnung, von der Jesus Seinen Jüngern gegenüber spricht. Es ist die Verleugnung des alten inneren gefallenen Menschen und es ist die Verleugnung des Anspruchs, den unser gefallener, unerlöster Leib anmeldet.

Wir mögen Charisma haben, und oft sind es „charismatische“ Leiter, die wir fallen sehen. Aber haben diese Leiter auch den dazugehörigen Charakter, der dieses Charisma tragen kann?

Und haben wir den Charakter, der unser Charisma oder die Charismata, die Gnadengaben, tragen kann?

Unser Charakter als Christen wird im Wesentlichen durch das Wachstum der Frucht des Geistes bestimmt.

In dem Maße, wie diese Frucht wächst, wird unser Charakter verändert in das Wesen hinein, das Gottes Wohlgefallen erweckt.

Wir werden uns nach Pfingsten mit der unterschiedlichen Frucht des Geistes intensiver befassen.

Hier soll es darum gehen uns bewusst zu machen, dass wir alle im selben Boot sitzen. Jeder Christ ist herausgefordert den Heiligen Geist in sich wirken zu lassen damit Er Seine Frucht in uns hervorbringen kann.

Gal. 5:22 Die Frucht des Geistes aber ist: Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, 23 Sanftmut, Enthaltsamkeit. ...

Die meisten kennen diese 2 Verse, irgendwie.

Aber den wenigsten ist bewusst, dass davor die folgenden Verse stehen.

19 Offenbar aber sind die Werke des Fleisches; es sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, 20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen, 21 Neidereien, Trinkgelage, Völlereien und dergleichen.

Und wenn wir diese Liste anschauen, dann werden wir feststellen, wie viele dieser Dinge uns aus unserem Leben bekannt vorkommen. Vielleicht sind es nicht Unzucht, Götzendienst, Zauberei mit denen wir zu tun haben. Aber wie ist es mit Unreinheit, Ausschweifung, Feindschaften, Streit, Eifersucht, Zornausbrüche, Selbstsüchteleien, Zwistigkeiten, Parteiungen, Neidereien, Trinkgelage, Völlereien.

Obwohl darunter Begriffe sind, die nicht mehr modern sind, haben wir in der Regel durchaus eine zutreffende Vorstellung von ihrer Bedeutung.

Wenn diese Vorstellungen bei uns eine Saite zum Klingen bringen, werden wir feststellen: Ich hab da etwas in mir, das da anspringt. Ich stelle fest,

dass ich leicht neidisch werde, dass ich eifersüchtig werde auf das Können anderer oder auf das, was sie haben,

dass ich gerne Leute auf meine Seite ziehen möchte,

dass ich immer recht haben muss,

dass mich manches Verhalten anderer unbeherrscht, ungeduldig und aggressiv werden lässt,

dass ich mich bei manchen Genussmittel nicht im Griff habe,

dass ich mich schnell benachteiligt, übersehen, nicht wahrgenommen fühle,

dass ich immer wieder unsaubere Gedanken habe.

So lasst nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, und leistet seinen Begierden keinen Gehorsam.
(Röm 6:12)

Ich könnte diese Liste beliebig fortsetzen, denn das sind die Dinge, die in unserem Inneren immer wieder auftauchen. Wenn wir sie zulassen, dann lassen wir das Fleisch, unseren Leib über uns herrschen und dann kann die Frucht des Geistes nicht wachsen und unser Charakter bleibt unverändert.

Es kann durchaus sein, dass Gott uns begabt hat und auch möchte, dass wir diese Gaben auch benutzen. Aber wenn wir nicht den Charakter haben, der sie auch tragen kann, dann können sie uns zum Fallstrick werden.

Ich habe mich neulich mit einem alttestamentlichen Propheten befasst, der in diese Kategorie fällt: Bileam war ein Mann, der nicht vom Volk Gottes war, aber doch den Gott Israels kannte und mit Ihm unterwegs war. Er sollte im Auftrag des Moabiterkönigs Balak Israel verfluchen. Und obwohl er wusste, dass das nicht gehen würde, nahm er den Auftrag an. Er sagte Balak, dass er nur tun und sagen könne was Gott ihm erlaubt. Aber offensichtlich war da in ihm etwas, in seinem Charakter, das noch etwas anderes wollte und das wurde ihm zum Verhängnis.

Er weissagte nur das, was Gott ihn sagen ließ, was dann nur Segensaussprüche über Israel waren und die Ankündigung des ewigen Königs.

Aber er muss den Moabitern und Midianitern etwas gesagt haben, was diese umsetzten. Und damit brachten sie Unheil über Israel.

Wenn unser Charakter nicht in das Bild verwandelt wird, das Gott von uns hat, dann können unser Charisma und unsere Charismata uns zu Fall bringen.

Paulus spricht auf seine eigene Weise von dieser Gefahr. Er spricht davon, dass Gott ihm etwas, was ihn quälte, nicht nahm, damit er auf dem Boden blieb, damit er sich nicht auf das etwas einbildete, was Gott ihm an Offenbarung gab.

Wir können Erfolg haben und der Erfolg kann uns stolz machen, und das kann uns unempfänglich für Korrektur, Infragestellung und ehrlich gemeinte Unterstützung machen.

Eine andere Folge kann sein, dass wir uns eine Sonderstellung zugestehen, in der wir uns Dinge erlauben, von denen wir wissen, dass wir sie anderen nicht erlauben würden.

Wir sehen uns als unentbehrlich und wenn man gebraucht wird, dann kann man sich doch das eine oder andere leisten.

Nicht umsonst ermahnt Paulus die Leiter, die er nach Milet gerufen hatte mit folgenden Worten:

Habt acht auf euch selbst und auf die ganze Herde, in welcher der Heilige Geist euch als Aufseher eingesetzt hat, die Gemeinde Gottes zu hüten, die er sich erworben hat durch das Blut seines eigenen ‹Sohnes›! Apg. 20:28

Dieses „Habt acht“ gilt nicht nur für die Leiter, auch wenn es vor allem ihnen gesagt wurde.

In Spr 4:23 lesen wir: „Mehr als alles, was man bewahrt, behüte dein Herz! Denn in ihm [ist] die Quelle des Lebens.“

Immer wieder lässt mich Jesus mein Herz sehen und was da noch alles drin ist und welche Regungen da möglich sind.

Und ich bin froh über Seinen Weg mit mir. Ich bin dankbar, dass Er mir erlaubt in Seiner Gemeinde zu dienen und mir auch gleichzeitig zeigt, wo das Begehren meines Fleisches mich hinziehen kann.

Und dann bin ich dankbar für den Platz, den Er mir angewiesen hat, auch wenn mein Fleisch nach mehr schreit.

Ich möchte uns alle einladen die Frucht des Geistes in uns wachsen zu lassen und den Werken des Fleisches unseren Kampf anzusagen.

Wir haben uns lange genug, insbesondere in dieser Coronazeit, berauben lassen, haben es erlaubt, dass der Feind uns gegeneinander aufstachelt. Geben wir ihm nicht weiter die Chance uns zu berauben, uns gegeneinander aufzustacheln. Erlauben wir ihm nicht mehr Werke des Fleisches unter uns entstehen zu lassen.

Strecken wir uns aus nach einem veränderten Charakter durch wachsende Frucht des Geistes.

Und dann wird auch sichtbar, dass Karfreitag und Ostern nicht umsonst waren, dass sie tatsächlich in der Person Jesu diese transformative Kraft haben, von der Gottes Wort redet.

 

Foto von Rachel Claire von Pexels

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01. März
2022
"Ihr könnt alle prophezeien“ Blog-Post Bild

"Ihr könnt alle prophezeien“

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

Wenn man seine Bibel liest, dann kommen immer wieder Propheten vor. Menschen die offensichtlich in einer besonderen Beziehung zu Gott stehen, insbesondere im alten Testament. Aber was ist die Aufgabe dieser Propheten eigentlich?

Sie sollen den Menschen, das weitergeben, was ihnen von Gott zu sagen aufgetragen war. Dabei riskieren sie nicht selten ihre Gesundheit und ihr Leben.

Der größte Prophet des Alten Testamentes war ganz offensichtlich Mose.

Oft waren mit den Worten auch entsprechende Handlungen verbunden, um das von Gott geoffenbarte Wort in die Tat umzusetzen. Insofern sind auch die Erzväter des Volkes Israel Propheten, denn sie hörten, dass alles Land, auf dem sie mit ihren Herden wandern würden, ihnen und ihren Nachkommen gehören würde. Und sie taten exakt das, was Gott von ihnen erwartete.

Die Propheten, die Gott berief, nachdem das Volk in sein Land gekommen war, hatten sehr oft den Auftrag, das Volk Gottes wieder zu ihrem Gott zurückzubringen. Sie waren in gewisser Weise Erweckungsprediger, die Gericht und Gnade predigten. Die dem Volk aufzeigten, dass ihre missliche Situation, in der sie sich befanden, eine Folge ihres Ungehorsams Gott gegenüber war und sie umkehren sollten, wenn sie wollten, dass es ihnen wieder besser ging.

Die Propheten des alten Testamentes unterlagen der absoluten Worttreue Gott gegenüber. Sie durften nichts sagen, was Gott ihnen nicht aufgetragen hatte.

Das war sogar bei einem Propheten der Fall, der von den Feinden Israels gekauft worden war, das Volk Israel zu verfluchen. Selbst er, Bileam, konnte nur das sagen, was Gott ihm erlaubte.

Wenn Propheten etwas anderes sagten, sollten sie gesteinigt werden.1 Denn alles, was nicht Gottes autorisiertes Wort war, würde die Menschen vom Weg mit Gott abbringen.

Mose spricht davon, dass Gott einen Propheten wie ihn erwecken werde, auf den solle das Volk hören2, und tatsächlich: dieser Prophet kam in der Gestalt des Messias Jesus, des Sohnes Gottes.3

Und er hat die einen als Apostel gegeben und andere als Propheten, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, zur Ausrüstung der Heiligen für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes Christi, (Eph. 4:11+12)

Wenn man die Schriften des neuen Testamentes anschaut, dann sind es nicht nur Berichte und Lehrtexte, sondern auch prophetische Texte. Die Offenbarung des Johannes ist ein durch und durch prophetisches Buch, das im Auftrag Jesu aufgeschrieben wurde um zu zeigen, was noch kommen wird und wie dies hinter den irdischen Kulissen in der unsichtbaren Welt aussieht.

Manche sind der Meinung, dass mit dem Abschluss des neutestamentlichen Kanons die Dienste des Propheten wie die des Apostels aufgehört haben; die anderen Dienste (Hirte, Lehrer, Evangelist) aus Epheser 4 scheinbar nicht.

Andere verneinen selbst diese.

Wenn also diese Dienste ausgestorben seien, dann gelte dies auch für die Gaben, die in 1.Kor. 12+14 und Römer 12 genannt sind.

Als Ältestenschaft und Gemeinde vertreten wir diesen Standpunkt nicht. Wir sind der Meinung, dass es auch heute noch diese Dienste und Gaben gibt, weil das, was sie bewirken sollen, in jeder Generation neu erreicht werden muss: Die Auferbauung zum Erwachsenwerden des Gläubigen und die Zurüstung der Gemeinde zum Dienst.4

Daher wollen wir sowohl die prophetischen Gaben wie den prophetischen Dienst in unserer Gemeinde freigesetzt sehen.

Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir.“
(Joh 10:27)

In 1.Kor. 14 spricht Paulus davon, dass wir alle prophezeien können.

Wie kommt er darauf?

Weil jeder die Stimme Jesu hören und jeder das, was er gehört hat, an andere weiter geben kann. Das ist Prophezeien im allgemeinsten Sinn.

Ist es wirklich wahr, dass jeder Jesu Stimme hören kann?

Definitiv!

Jesus sagt: „Meine Schafe hören meine Stimme und ich kenne sie und sie folgen mir und ich gebe ihnen das ewige Leben“.5

Wenn das wahr ist, dann kannst du, wenn du Jesus gehörst, Seine Stimme hören und kannst das, was Er dir sagt, wenn es für andere ist, ihnen auch weitergeben.

Welche Regeln gibt es für dieses Prophezeien?

  1. Es muss dem Leibe Jesu dienen und ihn aufbauen.
  2. Es darf dem, was die Schrift lehrt, nicht widersprechen.

Sind die Anforderungen dieselben wie die im alten Testament?

Und sind die Konsequenzen dies ebenso?

Für ersteres gilt: Wir sollen versuchen, so gut hinzuhören wie wir können, um es so genau wie möglich weiterzugeben.

Aber diejenigen, die es hören, sollen es prüfen am Wort Gottes. Und das wird oft auch getan.

Was ist dann dieses prophetische Reden?

Es sind oft Worte der Ermutigung, der Zurechtweisung und der Richtungsweisung.

Welches Gewicht haben sie?

Sie haben mit Sicherheit ein geringeres Gewicht als eine Lehre.

Lehrer tragen eine besondere Verantwortung für ihre Lehre und werden auch entsprechend zur Rechenschaft gezogen.6

Paulus sagt den Galatern, dass, wenn jemand kommt und ein anderes Evangelium predigt als das, was er ihnen gebracht hat, dass dieser Lehrer verflucht sein soll.7

Wir finden solche starke Aussagen nicht in Bezug auf Propheten und Prophetien.

Für Prophetien gilt, dass sie von allen geprüft werden sollen, da jeder von uns Jesus hören kann, jeder von uns den Heiligen Geist hat, um von ihm im Beurteilen geleitet zu werden.

Wir haben es bei Prophetien oft am Anfang mit Bildern und bildhaften Eindrücken zu tun, deren Bedeutung ausgelegt und entweder auf Einzelne, Gruppen oder Gemeinden angewandt wird.

Wer eine Prophetie weitergibt, tut einen Botendienst. Was der Empfänger mit der Prophetie anfängt, bleibt demjenigen überlassen. Der prophetisch Redende hat seinen Teil erfüllt.

Manchmal gebrauchen Propheten auch Beispielsituationen oder Personen aus der Bibel, um einen Punkt etwas deutlicher zu machen.

Stellt der prophetisch Redende damit den Empfänger auf dieselbe Stufe oder in dieselbe Kategorie wie die des Beispiels?

Wohl kaum! Auch wenn wir selbst oft genug biblischen Vorbildern nacheifern wollen, so sein wollen wie sie - was ja auch gewollt ist.8

Paulus redet davon, dass wir stückweise erkennen und stückweise prophezeien.9 Insofern müssen wir uns der Begrenztheit bewusst werden.

Wenn wir also prophetische Eindrücke weitergeben, ist es wichtig, uns selbst nicht zu wichtig zu nehmen; wir sind nur die Boten. Und es ist wichtig, dass wir auch an den Worten „feilen“: Ist das, was ich den Eindruck habe sagen zu sollen, durch das Wort Gottes abgedeckt? Was könnte missverständlich dabei herauskommen?

Wenn Begriffe eine biblisch sehr eindeutige Zuordnung gefunden haben, dann sollten wir mit ihnen vorsichtig umgehen.

So ist zum Beispiel der Begriff „Mittler“ in einer Prophetie in einem unserer Gottesdienste gefallen. Dieser ist jedoch sehr stark mit Jesus verbunden10, der der „Mittler“ des neuen, besseren Bundes ist, dadurch, dass er sich zum Lösegeld für uns machte11. Ein weiterer nicht namentlich genannter, aber nicht weniger bekannter Mittler ist der des Gesetzes12, womit offensichtlich Mose gemeint ist.

So ist der Begriff „Mittler“ belegt, auch wenn er ursprünglich meint, dass das jemand ist, der dazwischen geht, der vermittelt, der zwischen Zweien hin und her geht um Botschaften etc. zu übermitteln.

Wenn man also einen solchen Sachverhalt meint, muss man es umschreiben, wenn man nicht zu falschen Vorstellungen eines irdischen Mittlers zwischen Gott und Mensch (wie im Papst-Verständnis), Anlass geben will.

In der Regel kennen wir einander und wissen, wie es der andere meint.

Aber da wir z.B. unsere Gottesdienste öffentlich machen, kann es durch falsch gebrauchte Begriffe zu Irritationen bei Leuten kommen, die wir nicht kennen und die uns eben auch nicht so gut kennen.

Wir haben diesen Brief nicht geschrieben, weil wir prophetisches Reden verhindern, sondern weil wir es freisetzen wollen.

Wenn ihr bei einem Eindruck nicht sicher seid, wie ihr ihn formulieren sollt, dann holt euch Hilfe, fragt andere, die schon mal prophetische Eindrücke weiter gegeben haben, fragt eure Ältesten. Lasst euch ermutigen mehr von Gott hören zu wollen und bittet Ihn darum, mehr von Ihm zu bekommen, um darin geübter zu werden.

Man kann ja anfangen, Gott zu fragen: Gott was denkst du über mich? Wie siehst du mich?

Wenn du dem Heiligen Geist Raum gibst, wird Er mit dir reden und du wirst dein „prophetisches Ohr“ immer mehr schärfen.

Wenn man das tut, dann ist es gut, wenn man in einer Zweierschaft darüber reden kann, um sich nicht in den eigenen Gedanken und im eigenen Wunschdenken zu verlieren.

Dieses Gebet „Gott wie siehst du mich?“ ist immer wieder meins. Denn ich will wissen, was Gott über mich denkt, wie Er mich sieht, wo Veränderung nötig ist.

Wenn ich dieses Gebet gesprochen habe, dann nehme ich einen Stift und ein Blatt und beginne zu schreiben, was mir in den Sinn kommt und ich merke, Gott spricht in meine Gedanken hinein.

Ich wäre ohne Gottes prophetisches Reden zu mir nicht da, wo ich jetzt bin. Es waren prophetische Worte, die ich persönlich für mich gehört habe und es waren prophetische Worte, die mir von anderen weitergegeben wurden.

Im letzteren Fall habe ich Gott gegenüber darauf bestanden, dass Er sie wiederholt, weil ich sicher sein wollte, dass es auf zweier oder dreier Propheten Mund bestehe13.

Prophetische Worte unter dem Vorbehalt der Verschwiegenheit, sollten wir nicht annehmen, denn sie können nicht geprüft werden, wenn wir dazu Hilfe bräuchten. Denn vergessen wir nicht: Prophetie baut zuallererst die Gemeinde, sie dient der Gemeinde. Prophetische Worte, die uns aus einer biblisch fundierten und Seinen Willen suchenden Gemeinde herausführen, dienen nicht der Gemeinde. Sie zerstören Gemeinde. Prophetische Worte, die nicht dem Leib Jesu dienen, die spalten und trennen, bauen nicht den Leib Jesu.

Wir wollen uns alle danach ausstrecken, dass Gott durch Seinen Heiligen Geist in uns prophetische Worte entstehen lässt, die Seinen Leib bauen, dem Auftrag des Leibes dienen, diese Welt mit der guten Botschaft von der Rettung und Erlösung durch Jesus Christus zu erreichen.

Wir laden dich ein, sei an der Gemeindekonferenz dabei und lass dich von Gott gebrauchen, zu dir und anderen unter uns und uns allen zu reden.

 

Eugen, David, Jürgen und Thomas

___________

1 5.Mo 13:6

2 5. Mose 18:15;

3 Mt 12:41; Mt 12:42; Lk 11:31; Lk 11:32; Hebr.1:2

4 Eph. 4:11ff

5 Joh. 10:27

6 Jak. 3.1

7 Gal. 1.8+9

8 Phil. 3:17

9 1.Korr. 13:9

10 Heb 12:24; Heb 8:6; Heb 9:15

11 1.Tim 2:5+6;

12 Gal 3:19 + 20;

13 2.Korr. 13:1; Matth. 18:16

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01. Feb.
2022
"Gott suchen“ Blog-Post Bild

"Gott suchen“

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

Die Geschichte von König Asa im alten Testament ist interessant und ermutigend aber auch tragisch und traurig. Und aus beiden Seiten seiner Geschichte können wir lernen.

Asa, der Urenkel des großen und weisen Königs Salomo beginnt sein Leben und sein Amt als König mit Gott. Er beseitigt die Ascherabilder, die seine Mutter herstellen ließ und stellt den Tempelgottesdienst wieder her. Mit Gottes Hilfe gelingt es ihm die Grenzen nach Süden und Westen gegen die Ägypter / Äthiopier und deren übermächtiges Heer in einer entscheidenden Schlacht zu verteidigen.

Ihr werdet mich suchen und finden;
(Jer.. 29:13a)

Gott ruft ihn und sein Volk zu Sich, dass sie Ihn suchen sollen. Dies tun sie dann auch und sie schließen einen Bund mit ihrem Gott und sind darüber voller Freude: „Und ganz Juda war fröhlich über den Schwur; denn sie hatten geschworen von ganzem Herzen, und sie suchten den Herrn mit ganzem Willen und Er ließ sich von ihnen finden. Und der HERR gab ihnen Ruhe ringsumher.“ (2.Chronik 15.15)

Man könnte meinen: „Ende gut alles gut.“ Aber nun beginnt die Tragik. Im 36. Regierungsjahr wird das Königreich Juda an seiner Nordgrenze vom Königreich Israel bedroht. Was macht Asa? Er nimmt die Schätze aus seinem Haus und aus dem Tempel und bezahlt die Aramäer, sodass die ihrerseits auf die Grenzen Israels Druck ausüben und diese von Juda ablassen. Das war vielleicht menschlich gesehen verständlich und auch klug. Aber es war Gott gegenüber dumm. Warum wandte sich Asa nicht an seinen Gott, der ihm so überwältigend gegen die Äthiopier geholfen hatte?

Warum suchte er nicht Gott und Seinen Rat?

Es hatte böse Folgen für Asa. Böse Folgen hatte es auch, als Josua nicht Gott fragte, was er mit den Boten machen sollte, die in abgerissenen Kleidern zu ihm kamen. Sie verschleierten, dass sie aus einer nahegelegenen Stadt kamen und tricksten die Israeliten in ein Bündnis, das sie sonst nicht geschlossen hätten.

Immer wieder ist im alten Testament zu lesen, wie Menschen mit Gott ihr Leben beginnen, wie sie Dank Seiner Hilfe, Seiner Begleitung, Seines Rates ihr Leben erfolgreich gestalten. Und dann kommt es zu Eigenmächtigkeiten. Die Gründe sind durchaus unterschiedlich. Man will so sein wie die anderen. Man will selber auch aus eigener Kraft erfolgreich sein. Man hat vor lauter Aufgehen in der Aufgabe den Kontakt mit Gott verloren. Und auf einmal hört man Seine Stimme nicht mehr so wie früher. Und weil Er nicht mehr so redet, muss man selbst Lösungen finden. „Er hat einem ja einen freien Willen und auch Verstand gegeben und den kann man ja auch gebrauchen“ denkt man sich.

Und schon handelt man unabhängig und fragt nicht mehr: „Was ist eigentlich Gottes Wille in dieser oder jener Sache?“

Manche, die sich mit Kirchengeschichte befassen, fragen sich, warum eigentlich fast alle christlichen Bewegungen früher oder später liberal werden, sich der Welt anpassen und in der Welt aufgehen.

Die Antwort ist in den Berichten des alten Testamentes zu finden. Dort sehen wir: Die Geschichte wiederholt sich ständig, weil jede Generation meint die Fehler der Elterngeneration bestimmt nicht zu machen.

Und die Antwort auf die Frage ist: Wir meinen, es ohne die beständige Abhängigkeit von unserem Gott, Seinem Wirken, Seinem Ratschluss, Seinem Wort und Seinen Maßstäben selbst schaffen zu können.

Soweit es an uns als Älteste liegt, wollen wir versuchen in dieser Abhängigkeit zu leben, einander zu ermutigen sie zu suchen und umzukehren, wo wir sie verlassen haben.

Gott zu suchen war im alten Testament der Ausdruck dafür, dass man zu Gott zurückgekehrt ist, dass man Sein Wort hören wollte, dass man Seine Hilfe, Seinen Schutz und Seine Versorgung suchte. Dies geschah oft in Zeiten der Not, die dem Abfall von Gott folgten.

Als Älteste dieser Gemeinde haben wir den Eindruck, dass es Zeit ist, Gott wieder aufs Neue gemeinsam zu suchen.

Gibt es einen speziellen Grund hierfür?

Der erste Grund ist, dass wir uns mehr und mehr von Ihm und Seinem Handeln abhängig machen wollen, weil Er das so will. Jesus sagte Seinen Jüngern: „Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.Joh. 15:4+5

denn wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, 14 so will ich mich von euch finden lassen, spricht der HERR
(Jer. 29:13b+14)

Der zweite Grund ist, dass wir uns mehr von Gottes souveränem Heilshandeln wünschen. Die Gemeinde in Jerusalem ging zu Gott, als sie in Bedrängnis war und flehte Ihn an, dass Er ihnen Mut geben möge Seine Zeugen zu sein. Wir brauchen diesen Mut und eine neue Leidenschaft für Jesus und Sein Werk, wenn wir in unserer Zeit und Gesellschaft einen Unterschied machen wollen.

Das bringt uns zum 3. Grund:

Wir können nur einen Unterschied machen, wenn Gottes Gegenwart in unserem Leben und in allem, was wir tun, stärker wird, sowohl im Leben von uns einzelnen wie auch im Leben unserer Gemeinde.

Wenn das Volk Israel Gott suchte, war das in aller Regel davon begleitet, dass sie ihre Götzen wegtaten. Und wahrscheinlich wird das auch bei uns der Fall sein. Auch wir werden erkennen, was an die Stelle von Gott gerückt ist, oft unbewusst, aber dennoch wirkmächtig. Und wir werden das korrigieren – hoffentlich.

Die Gemeindekonferenz vom 10-13. März dieses Jahres (sie findet anstelle des Leiterwochendes der vergangenen Jahre statt) soll dazu dienen, dass wir uns Zeit nehmen Gott zu suchen, auf Ihn zu hören, uns von Ihm neu entzünden und gebrauchen zu lassen.

Wir möchten alle bitten dieses Wochenende und die Woche in der es ist, für dieses Vorhaben freizuhalten und dabei zu sein. Wir wollen von Montag bis Freitag fasten und beten. So Gott will, wollen wir den Schwerpunkt auf die Präsenzveranstaltung legen.

 

Photo by Jeremy Bishop on Unsplash

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