Feindschaft und Versöhnung

veröffentlicht in Sonntagsblog

Saul sprach zu David: Wo ist jemand, der seinen Feind findet und lässt ihn im Guten seinen Weg gehen? Der HERR vergelte dir Gutes für das, was du heute an mir getan hast! 1.Samuel 24,20

In der Situation, um die es hier geht, nutzt David nicht die Gelegenheit ein für allemal seinen Feind und Häscher umzubringen, obwohl die Gelegenheit unvergleichlich nah war. David wird ja zu Recht als der prophetische Typus hin auf Jesus gesehen, auch wenn er nicht vollkommen war.

Hier legt er eine Haltung an den Tag, wie sie auch Gott an den Tag legt: Bis zum heutigen Tag lässt Er Seine Feinde ihrer Wege gehen, obwohl Seine Möglichkeiten unvergleichlich größer wären. Warum? Weil Gott Seine Feinde für sich gewinnen will.

Und euch, die ihr einst entfremdet und Feinde wart nach der Gesinnung in den bösen Werken, ...
(Col. 1:21 )

Wer sind diese Feinde?

Wir alle!

Denn wir alle sind von Natur aus Seine Feinde.

Wie äußert sich diese Feindschaft?

Darin, dass wir vor unserer Rettung die Sünde taten und die Wahrheit nicht wollten.

Ein Kennzeichen unserer Zeit ist die Liebe zur Lüge. Oder, wie es der postmoderne Mensch nennt, zu seiner (persönlichen) Wahrheit.

Jeder hat seine Wahrheit und will diese von anderen respektiert haben. D.h. jeder andere wird gezwungen zu lügen, gegen seine Überzeugung zu handeln. Wenn Wahrheit nicht etwas Allgemeines über meinen persönlichen Radius Hinausgehendes ist, dann ist es nicht Wahrheit, dann ist es „Meinung“ oder „Überzeugung“.

Diese Liebe zur Lüge ist das Aufbegehren gegen universale Wahrheiten und Werte, gegen universale Ordnungen.

LGBTQ ist z.B. das Aufbegehren gegen die Schöpfungsordnung Gottes, und damit gegen Gott selbst, nichts anderes. Das ist die Feindschaft, die Gott entgegenschlägt. Und dennoch lässt Er diese Generation gewähren, weil Er ein gnädiger Gott ist, weil Er zu jeder Zeit Menschen gerettet hat, die Seine Feinde waren.

... hat er aber nun versöhnt in dem Leib seines Fleisches durch den Tod, um euch heilig und tadellos und unsträflich vor sich hinzustellen,
(Col. 1:23)

Jede Zeit hat ihre besondere Ausprägung der Feindschaft gegen Gott und dennoch gibt Gott nicht auf, weil Er auch in unserer Zeit, aus unseren Reihen Menschen herausretten und herauslieben will in ein neues Leben der Liebe und Gemeinschaft mit Ihm. Und Er macht es möglich durch Jesus Christus, der für uns starb, als wir noch Gottes Feinde waren.

Das bedeutet für uns: auch wenn die Menschen ohne Gott in bewusster oder unbewusster Feindschaft gegen Gott leben, sind sie doch nicht unsere Feinde, da Gott sie liebt und retten will.

Wir sind Sein Liebesbrief an sie, wir sind Seine Botschafter an diese rebellische Welt. Lassen wir die Türen unserer „Botschaft“ offen für alle, die in der Botschaft Zuflucht finden wollen. Wenn Gott uns zu Seinen Freunden machen konnte, dann kann Er das auch mit den Menschen um uns herum.