Welcher Christ wollte das nicht?
veröffentlicht in Sonntagsblog
Der HERR hat Großes an uns getan; des sind wir fröhlich. Psalm 126,3 Sie waren täglich einmütig beieinander im Tempel und brachen das Brot hier und dort in den Häusern, hielten die Mahlzeiten mit Freude und lauterem Herzen und lobten Gott und fanden Wohlwollen beim ganzen Volk. Apostelgeschichte 2,46-47
Diese Verse sind ermutigend, auferbauend und wahr. Gott tut Großes an uns, und wird immer wieder Großes an uns tun. Und manchmal gibt er seiner Gemeinde eine Verschnaufpause und Frieden und sogar Gunst beim Volk.
Aber, ist das die Norm? Ist das immer so? Gibt es da nicht noch eine Zeit, welche die Bibel große Trübsal nennt?
Es gibt wohl keinen Christen, der sich nicht freuen würde, wenn die Entrückung vor der großen Trübsal kommen würde. Wir würden dann von allem Unangenehmen befreit dem HERRN entgegengehen.
Aber, wie ist es mit den Christen, die bis dahin schon „die große Trübsal“ erlebt haben? Wie ist es mit den Christen, die in Indien von Ort zu Ort fliehen müssen, weil der lokale Mob sie verfolgt, die in Chinas Untergrundkirche von der Polizei verhaftet und eingesperrt werden, die im Norden von Nigeria in Kirchen zusammengepfercht und dann massakriert werden, die in Finnland vor Gericht gezerrt werden?
Dass es den Christen, wie in unserem zweiten Vers aus der Apostelgeschichte, immer so geht, ist eine westliche Illusion. Die Kirche Jesu hat zu allen Zeiten Trübsal erlebt, ist verfolgt worden, hat gelitten und ihre Leute sind umgebracht worden.
Auch die Kirche in Jerusalem wurde bald Opfer brutaler Verfolgung, weshalb sie sich in alle Winde zerstreute. Aber für die ersten Christen brach keine Welt zusammen, nach dem Motto: „Also, dass uns Gott so im Stich lässt, das hätten wir nicht gedacht. Vielleicht ist es doch keine so gute Idee, am Glauben an diesen Jesus festzuhalten.“
Nein! Die Apostel freuten sich, dass sie um Jesu Willen, um seines Namens willen leiden durften. Es war für sie eine Ehre. Denn sie hatten Jesu Worte noch laut und deutlich im Ohr:
»Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat. 19 Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt. 20 Gedenkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten.«
Matth. 15:18-20
Wenn die Christen von der Welt geliebt werden, dann ist entweder alle Welt zu Christen geworden, was sehr unwahrscheinlich ist, oder die Christen sind weltlich geworden, was dann sehr wahrscheinlicher ist, was wir in unserer Gesellschaft sehen.
Aber selbst dann, wenn die Kirche meint, von der Welt geliebt zu werden, ist es nicht die Kirche, sondern die Welt in der Kirche, die die Welt liebt.
Wenn uns die Welt hasst, weil wir an Jesu Christus glauben, den Sohn Gottes, der für unsere Sünde und Schuld am Kreuz gestorben und am dritten Tag auferstanden und nach vierzig Tagen in den Himmel gefahren ist, und von dort zum Endgericht kommen wird, dann ist das halt so. Dann können wir daran nichts ändern. Wir können nicht beides haben, die Liebe Gottes und die Liebe der Welt.
Und im Zweifelsfall ist es ratsamer die Liebe Gottes zu wählen, weil die nicht aufhört, im Gegensatz zur Liebe der Welt, deren Halbwertszeit relativ kurz ist.