Was macht Gott neu?
veröffentlicht in Sonntagsblog
Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! Offenbarung 21,5
Das ist die beste Botschaft nach der Botschaft von der Erlösung durch Jesus Christus. Ja eigentlich ist es das Ziel von Jesu Erlösungshandel. Denn Jesus kam um eine Menschheit aus einer kaputten und verlorenen Welt zu erlösen, für eine neue von ihm schon in Vorbereitung befindlichen Welt. Sein Wort ist darin klar, darin, dass es nicht um eine generalüberholte Welt geht, sondern um eine ganz neue Schöpfung, denn Jesus sagt:
»Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen.«
Math. 24:35
Aber diese Vorstellung ist für den Menschen des 21. Jahrhunderts so weit weg, wie die entfernteste Galaxie.
Für die Menschen früherer Jahrhunderte war es tatsächlich ein Trost: „Ja Gott macht einen neuen Himmel und eine neue Erde in der Gerechtigkeit wohnt und da darf ich hin.“
Der Materialismus, der Glaube an die „ewige Existenz“ und „Allmacht“ der Materie, hat uns dem Gedanken an Gott und seine Pläne mit dieser und der zukünftigen Welt völlig entfremdet.
Deshalb klammern wir uns an diese Welt, als gäbe es nur diese. Deshalb müssen wir sie mit allen uns zu Gebote stehenden Mitteln retten, müssen das Klima retten, koste es was es wolle. Und davon zu sprechen, dass diese Welt sowieso vergeht ist in den Materialismus- und Klimarettungsgläubigen ein Sakrileg.
Dabei sagen auch die Astronomen ganz klar, dass die Erde eines Tages (in ca. 7,5 Mrd Jahren) im Sonnenfeuer vergehen wird, wenn sich die Sonne in ihrem Endstadium zu einem roten Riesen aufbläht. Aber schon in 1Mrd Jahren wird die Erde unbewohnbar sein.
Also hat die Erde keine unendliche Existenz. Dann kann man sich auch an den Gedanken gewöhnen, dass Gott mit ihr schon früher ein Ende machen kann - oder etwa nicht?
Aber die Tatsache, dass Gott größer ist, ja sein muss, als die geschaffene Welt, ist, angesichts der unendlichen Größe der Ausdehnung und Masse des Kosmos, für den Menschen, der sich nicht von Gott in dessen Bild geschaffen sieht, sondern von der Amöbe seinen Ursprung annehmend, eine Vorstellung die ihn komplett überfordert.
Denn obwohl wir in vielem fast schon an Größenwahn und an einem Gott-Komplex leiden (wenn man an unseren Welt- und Klimarettungswahn denkt), macht uns die Vorstellung, dass wir ein Zufallsprodukt der Evolution sind, eben doch auch klein und unbedeutend. Und wir können uns weder unser geschaffen sein im Bild Gottes noch unseren Bildner in seinen wirklichen Dimensionen vorstellen.
Nur wenn wir verstehen, dass wir dem Denken und Wunsch Gottes entsprungen sind, als sein Abbild in der Schöpfung, uns als Ausdruck seiner sichtbaren Herrschaft verstehen, können wir auch begreifen, dass er, für seine ihm am Herzen liegenden Geschöpfe, eine neue Heimat vorbereitet.
»Wenn ich sehe die Himmel, deiner Finger Werk, den Mond und die Sterne, die du bereitet hast: 5 was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? 6 Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. 7 Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan: 8 Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die wilden Tiere, 9 die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und alles, was die Meere durchzieht.«
Psalm 8:4-9
Da die Menschen zur Zeit der Verfasserschaft der Psalmen durchaus eine Vorstellung von der Welt hatten, welche die Unermesslichkeit des Alls auch in ihren Augen darstellte, wenn sie vom „Himmel und aller Himmel Himmel“ redeten, ist der Vergleich Himmel und Mensch in diesem Psalm nicht naiv verniedlichend.
Sie wussten damals, wie wir heute, von dem völligen Missverhältnis zwischen der Schöpfung und dem Schöpfer, wie viel größer er war, wie viel mächtiger er war, als jede irdische Manifestation von Macht. Und dennoch sahen sie, wie Gott den Menschen nur wenig niedriger als Gott gemacht hat. Es ist etwas Geheimnisvolles am Menschen, das nur der erahnt, der seine Gottebenbildlichkeit anfängt glaubensvoll aus Gottes Hand anzunehmen. Dann werden wir ermessen, weshalb Gott seinen eigenen Sohn aus der Ewigkeit in die Zeit schickt, um uns zu retten und für die Ewigkeit zuzubereiten.
Dann können wir auch begreifen, dass er für sich und uns, um mit uns zusammen zu sein, einen neuen Ort schafft, wo das möglich ist.
Foto von Akil Mazumder: https://www.pexels.com/de-de/foto/person-die-eine-grune-pflanze-halt-1072824/