Kein Zweckoptimismus!
veröffentlicht in Sonntagsblog
Ich will mich freuen des HERRN und fröhlich sein in Gott, meinem Heil. Habakuk 3,18
In der letzten Kolumne habe ich über den „zuverlässigen Schutz“ geschrieben, der uns in Not und Angst helfen kann. Habakuk lebte in etwa in der Zeit der Letzten Zuckungen des Königreiches Juda, bevor es von den Babyloniern platt gemacht wurde. Die Zeichen des Niederganges und des Gerichtes sind überall zu sehen. In seinem Gebet im Kapitel 3, aus dem auch unser Vers stammt wird dies deutlich. Der Vers unmittelbar vor unserem Vers macht das deutlich.
»Denn der Feigenbaum blüht nicht, und an den Reben ist kein Ertrag. Der Ölbaum versagt ‹seine› Leistung, und die Terrassen‹gärten› bringen keine Nahrung hervor. Die Schafe sind aus der Hürde verschwunden, und kein Rind ist in den Ställen.«
Hab. 3:17
Trostloser kann man eine Situation nicht beschreiben. Eine totale wirtschaftliche Katastrophe wird beschrieben. Heute würde man sagen: „Die Fabrikhallen sind leer, keine Transporter verlassen sie mehr mit Produkten, man sieht keine Arbeiter mehr und die Tore sind geschlossen“. „Die Felder und Höfe sind verödet, keine Ernte wird mehr eingefahren.“ „Nur noch Ruinen der Vergangenheit sind sichtbar.“
Da scheint es fast schon das Lachen eines Irren zu sein, das im Vers 18 zu hören ist. Er scheint, so denken wir, den Verstand verloren zu haben, angesichts des Elendes, das um ihn herum herrscht.
Aber das täuscht. Den Verstand verlieren nur die, die sich von der Zukunft überrollen lassen, weil sie keine Ahnung haben, was sie trifft. Habakuk wird nicht von der Zukunft ,die zur bitteren Gegenwart wird, überrollt. Er weiß ja, was da auf ihn zukommt und wer der Urheber des ganzen ist.
Gott hatte es seinem Volk von Anfang an unmissverständlich angekündigt. Wenn es mit ihm, in der Abhängigkeit von ihm, in der Treue zu ihm leben würde, würden sie alle seine Segnungen erleben. Und es gab Zeiten in denen sie Gott mit ihrem ganzen Herzen nach folgten und sie erlebten dass sie obwohl eine relativ kleine Nation zu einer regionalen Großmacht wurden. Gott hielt Wort.
Aber er sagte ihnen auch, dass wenn sie ihm den Rücken kehren würden, sie seine Rute, sein Gericht erleben würden und er sie vernichten, aus ihrem Land vertreiben und in Gefangenschaft führen würde. Und auch das geschah, so wie es Gott angekündigt hatte.
Habakuk war nicht überrascht, denn er war einer der Propheten, der seinen Zeitgenossen im Auftrag Gottes ankündigte, dass genau diese Zukunft auf sie warten würde.
Habakuks Lebensfreude hängt nicht an den Umständen, sondern an seinem Gott, der immer derselbe ist. Der sich und seinem Wort treu ist, ob es die Segen-Zusagen sind oder die Fluch-Ankündigungen.
Mancher von uns kennt noch die Redewendung „Er ergriff sein Heil in der Flucht“. Gemeint ist: Er brachte sich in Sicherheit, vor drohendem Ungemach“, aus welcher bedrohlichen Situation auch immer das sein mag.
Damit ist schon viel zu dem Begriff Heil gesagt. Der biblische Begriff hier beinhaltet all das: Sicherheit, Schutz, Rettung, „ganz bleiben“.
Es ist dieselbe Wurzel die auch im Wort Josua oder Jeshua = Jesus enthalten ist. Jesus ist Heil, Rettung, Sicherheit, Schutz. ER macht uns wieder ganz.
So wie Habakuk sich in und an seinem Gott freuen konnte und mit Zuversicht in die Zukunft schauen konnte, so können wir es auch.
Auch wenn es scheint, dass auf dieser Erde die Dinge immer mehr auf das angekündigte Ende zusteuern, so wissen wir, dass wir in Jesus einen zuverlässigen Schutz haben und deshalb Grund zur Freude mitten im Leid, mitten im Abgesang auf eine Zeit, die nicht mehr wieder kommen wird.
»Gerechtigkeit erhöht eine Nation, aber Sünde ist die Schande der Völker.«
Spr. 14:34
Wenn es keine echte Bußbewegung und Erweckung in unserem Land gibt, dann wird sich dieser Vers auch bei uns erfüllen.
Die Gottlosigkeit, die sich in der Gesellschaft durch Unmoral, Lüge, Betrug, Machtmissbrauch, ungerechtes Urteil, Bestechlichkeit, etc. von der Spitze herunter auslebt wird ihre Konsequenzen haben. Kein Volk kann unter solchen Umständen bestehen.
Aber wenn wir, die wir den lebendigen Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist kennen, ihn ehren, ihn suchen, seinen Willen beherzt und konsequent tun, und für unser Volk eintreten in der Fürbitte, dann werden wir vielleicht, wenn es Gottes Wille ist, auch erleben, dass er uns noch einmal gnädig ist.
Foto von Jacub Gomez: https://www.pexels.com/de-de/foto/foto-des-mannes-der-auf-felsen-nahe-der-kuste-steht-1142948/