Was wäre, wenn die Christen das lebten?

veröffentlicht in Sonntagsblog

Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Epheser 5,8b.9

Die Hälfte der Menschen in Deutschland zählt sich noch zu den christlichen Kirchen. Die Zahl ist schnell sinkend. Vor nicht all zu langer Zeit waren es noch 2/3. Aber viele Menschen wollen mit dieser Form des Christseins, oder überhaupt des Glaubens nichts mehr zu tun haben. Und wen wundert’s. Wenn die großen christlichen Kirchen schon mit zum Motor des Zeitgeistes geworden sind, um ja nicht zu den ewig Gestrigen zu gehören. Und leider hecheln ihnen viele Freikirchen und freikirchlichen Verbände hinterher.
Die ersten Christen wussten, dass sie sich in Opposition zum „Zeitgeist“, oder zum „Geist dieser Welt“ befanden und es kümmerte sie nur insofern, als dass sie auf keinen Fall von diesem in irgend einer Weise von ihrem Weg mit Christus hinweg verführt werden wollten.
Paulus gebraucht hier den Begriff „Kinder des Lichts“ im Sinne von Kinder des aus der ewigen Herrlichkeit Fleisch gewordenen Gottes Sohnes, des Lichtes das in die Welt kam, um jeden Menschen zu erleuchten, in ihm zum Licht zu werden, so wie es im Johannesevangelium im 1. Kapitel zu lesen ist. Es gibt dazu den gegensätzlichen Begriff „Kinder der Finsternis“

»Denn einst wart ihr Finsternis, jetzt aber Licht im Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts.«
Epheser 5:8

»Denn ihr alle seid Söhne des Lichtes und Söhne des Tages; wir gehören nicht der Nacht und nicht der Finsternis.«
Thessalonicher 5:5

Leider kennen viele sogenannten Christen diesen Unterschied nicht. Sie sind und leben immer noch als Kinder der Finsternis. Denn die Kindertaufe hat an ihnen nichts bewirkt. Wie könnte sie auch? Nur der an Jesus zum Glauben gekommene kann auch im Glauben die Taufe empfangen. Kinder können das nicht, weshalb sie unveränderte aber zu „Christen“ umgelabelte Menschkinder sind. Das Ergebnis davon ist, dass der normale „nicht von neuem geborene Kirchenzugehörige“ sich so verhält, wie alle anderen Menschen auch.

Und dann wird es den Wiedergeborenen (die es hier und da noch gibt) von diesen auch noch schwer gemacht, als Kinder des Lichtes zu leben. Davon schreibt schon Paulus und ermahnt die Christen in Ephesus:

„Seid nun Nachahmer Gottes als geliebte Kinder! 2 Und wandelt in Liebe, wie auch der Christus uns geliebt und sich selbst für uns hingegeben hat als Opfergabe und Schlachtopfer, Gott zu einem duftenden Wohlgeruch! 3 Unzucht (Hurerei, Prostitution) aber und alle Unreinheit oder Habsucht sollen nicht einmal unter euch genannt werden, wie es Heiligen geziemt; 4 auch Unanständigkeit und albernes Geschwätz und Witzelei, die sich nicht geziemen, statt dessen aber Danksagung. 5 Denn dies sollt ihr wissen und erkennen, daß kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger - er ist ein Götzendiener - ein Erbteil hat in dem Reich Christi und Gottes. 6 Niemand verführe euch mit leeren Worten! Denn dieser Dinge wegen kommt der Zorn Gottes über die Söhne des Ungehorsams. 7 Seid also nicht ihre Mitteilhaber!“
Eph. 5:1-7

Was wäre, wenn nur die Wahrheit gesprochen würde und nur nach Gottes Ordnungen gelebt würde?

Und mit Wahrheit meine ich zunächst nicht den philosophischen Begriff. Ich meine nur einfach, dass das, was man sagt, wirklich wahr ist. Dass das, was man als Absicht erklärt wirklich wahr ist und nicht schon die Absichtserklärung eine Lüge, hinter der man das versteckt, was man wirklich plant. Wie dies bei unseren Politikern vor der letzten Wahl war und dann in unverschämter Weise sofort nach der Wahl dann offenbar wurde. Und das auch noch von Politikern, die der Partei mit dem „C“ für „christlich“ vorstehen.

Dort wurde uns allen, auch denen für die das „C“ noch etwas bedeutet, vorgeführt, wie hohl und bedeutungslos das „C“ geworden ist.

Wenn wir nicht wollen, dass es auch bei uns so bedeutungslos wird, dann ist es an der Zeit, dass wir, die wir bekennen, dass Jesus unser ganzes Leben, unser Denken, unser Fühlen und Handeln bestimmen soll, also solche leben. Und dass wir uns bewusst werden, dass wir uns in Opposition zu dem herrschenden Zeitgeist befinden und uns dessen nicht schämen müssen und dürfen.

Foto von Garon Piceli: https://www.pexels.com/de-de/foto/frau-die-weisses-oberteil-tragt-852793/