Zuhause

veröffentlicht in Sonntagsblog von Eugen

Es sehnt sich, ja, es schmachtet meine Seele nach den Vorhöfen des HERRN, mein Herz und mein Leib, sie jauchzen dem lebendigen Gott entgegen. (Psa 84:3)

Der Verfasser des Psalms hat den alttestamentlichen Tempel vor Augen. Aber nicht der Tempel ist Gegenstand seiner Sehnsucht, auch wenn er von den Vorhöfen redet. Es ist Gott, der im Allerheiligsten des Tempels, wo außer dem Hohepriester niemand hinkam, Seine Herrlichkeit wohnen ließ. Der Normal-Gläubige war schon zufrieden, wenn er in den Vorhof kommen und hier seinem Gott nahe sein konnte.

Glücklich sind, die in deinem Haus wohnen. Stets werden sie dich loben.
(Psa 84:5 )

Hier ist beides ausgedrückt, das fast schon verzweifelte Verlangen der Seele Gott nahe zu sein und andererseits die jubelnde Freude, die Gott entgegen geht.

Manchmal erleben wir diese Spannung auch.

Was uns allerdings von den Gläubigen des alten Testaments unterscheidet, ist eine Tatsache, die so fundamental ist, dass der alttestamentliche Gläubige uns für verrückt gehalten hätte, hätten wir sie ihm erklärt.

Es ist die Tatsache, dass wir uns nicht mehr in Vorhöfen sehnsuchtsvoll nach Gott ausstrecken müssen, nur um zu realisieren, wir kommen nie ganz in die Nähe Gottes.

Wir sind durch das Versöhnungsopfer Jesu, durch Jesus zum Tempel des Heiligen Geistes geworden, sowohl als Einzelne wie auch als jeweilige Gemeinde.

Gott hat uns zu Seiner Wohnung gemacht Er ist uns so nahe, wie Er es hier auf dieser Welt nur sein kann.

Glücklich, den du erwählst und nahen läßt, daß er wohne in deinen Vorhöfen! Wir werden gesättigt werden mit dem Gut deines Hauses, dem Heiligen deines Tempels.
( Psa 65:4 )

Dennoch kann uns dieser Psalm ermutigen. Denn obwohl Jesus durch den Heiligen Geist in uns wohnt, hat er verheißen, dass wo zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, Er mitten unter ihnen ist. Die Gemeindezusammenkunft ist die Ansammlung aller Tempel des Heiligen Geistes, ist die Versammlung aller Glieder Jesu, durch die Er jedem Einzelnen gegenübertreten will, ihm dienen will. Deshalb dürfen wir uns, wie dies der Psalmist im alten Testament tat, nun nach dem Haus Gottes, der Gemeinde sehnen, weil Er der Versammlung Seines Leibes eben besondere Verheißungen gegeben hat. Im selben Psalm spricht Er davon, dass die glücklich, glückselig sind, die in Gottes Haus wohnen dürfen. Glücklich, glückselig bist du, wenn du zum Haus Gottes, der Gemeinde gehörst.

Hast du schon ein solches festes Zuhause und lebst du darin in Dankbarkeit?

Eugen