Wozu Jesus?

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

„Wozu musste Jesus Mensch werden?“ War eine der vielen großartigen Fragen, die die Kinder in der vergangenen KiwoH 2020 stellten. Ja wozu eigentlich, fragt man sich, wenn man so manchen vom „Evangelium sprechen“ hört.

Kam Jesus, damit wir es hier besser haben? Kam er, um uns ein sinnvolles Leben zu geben? Kam er damit wir mit unserem Alltag besser zurechtkommen?

Der Monatsspruch für September sagt uns, warum Jesus kommen musste.

 

Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.

 

(2.Kor. 5,19)

 

 Das ist das Zentrum des Evangeliums. Alles andere ist sekundär. Denn vielen Menschen geht es nicht besser, wenn sie Christ werden. Sie leiden Mangel, sie leiden Unterdrückung und Verfolgung. Ihr Alltag ist nicht leichter und manchmal scheint selbst das Leiden keinen Sinn zu machen, auch wenn ihnen Gott im Leiden beisteht.

 Nein, das Zentrum ist, dass Gott uns mit sich selbst durch das Versöhnungsopfer Jesu versöhnt.

Warum musste er das?

 Weil wir in Feindschaft, in Rebellion und in sündiger Sklaverei, fern von ihm, gelebt haben.

Woher kam das?

 Unsere ersten Eltern Adam und Eva lehnten sich im Ungehorsam gegen Gott auf und verloren die Gemeinschaft und die Gunst Gottes. Sie wurden in ihrer Auflehnung Gottes Feinde. Jede tägliche Sünde ist praktischer Ausdruck dieser Rebellion und Feindschaft gegen Gott. Jesus macht sich zum Versöhnungsopfer, stirbt an unserer Stelle für unsere Feindschaft und Rebellion.

 Wenn wir dieses Versöhnungsopfer annehmen, dann stellen wir uns unter unsere Schuld und bekennen, dass wir Erlösung und Versöhnung brauchen.

 Nur wenn wir das tun, dann erleben wir die Versöhnung mit dem dreieinigen Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Diese Versöhnung eröffnet uns den Zugang zu diesem dreieinigen Gott, mit dem wir nach dem Tod in Ewigkeit zusammen sein dürfen.

 Das ist das Evangelium und dieses Evangelium müssen wir in seiner Einfachheit und Klarheit weitergeben.

 Ja, Jesus hat geheilt und von Dämonen befreit und hat auch ganz selten mal ein Fest gemacht. Aber das war nicht seine Hauptbotschaft. Seine Hauptbotschaft war: Tut Buße, denn das Reich Gottes ist nahegekommen.

 Diese Buße war nicht einfach: „Be better, do better“

 Nein diese Buße, diese Änderung des Sinnes war eine Busse von innen nach außen.

 Unser Herz, unser inwendiger Mensch musste neu werden.

 

Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.

(Joh. 3:3)

 Das sagte er Nikodemus, als er mit ihm über die Notwendigkeit sprach, von neuem geboren zu werden.

 Er sagte ihm, dass nur, wenn jemand von neuem geboren werde, er in das Reich Gottes kommen könne, ewiges Leben haben könne. Und das geschehe durch Wasser und Geist.

 Dieser Geist ist ausgegossen, um uns von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht zu überführen. Das sind die zentralen Begriffe des Evangeliums. Umgehen wir die, umgehen wir das Evangelium.

 Wenn wir wollen, dass Menschen wiedergeborene Jesusnachfolger werden, dann müssen wir uns vom Heiligen Geist gebrauchen lassen, diese Wahrheiten weiter zu geben, ob sie bequem sind, ob sie cool sind, ob sie in unsere Partylaune passen oder nicht.

 Nur dann werden wir, was unsere Verantwortung angeht, Jesus im Endgericht mit dem uns anvertrauten Gut begegnen können und er wird sagen können, du bist über wenig treu gewesen, ich will dich über viel setzen, geh ein zu deines Herrn Freude.

 

So tut nun Buße und bekehrt euch, daß eure Sünden ausgetilgt werden, damit Zeiten der Erquickung kommen vom Angesicht des Herrn.

 

(Act 3:19)

 Denn abgerechnet wird am Schluss, am Ende dieser Welt, wenn Jesus wiederkommt. Wehe uns, wenn wir dann mit leeren Händen dastehen, weil wir das Evangelium nicht in Treue und Wahrheit weitergegeben haben, weil wir die Menschen schonen wollte, weil wir vielleicht selbst nicht wirklich versöhnt waren, weder mit Gott noch mit unseren Mitmenschen oder noch schlimmer mit unseren Mitchristen.

 Denn da wird Versöhnung zuallererst sichtbar, wo wir in der Lage sind den anderen Christen mit einem versöhnten und versöhnlichen Herzen zu begegnen.

 Es ist immer wieder ein schmerzliches Erleben, wenn wir es nicht schaffen einander zu vergeben und die empfangene Versöhnung weiter zu geben.

 Denn dazu kam Jesus vor allem anderen. Haben wir aneinander gesündigt, dann suchen wir die Vergebung des Anderen. Ist an uns gesündigt worden, dann sprechen wir Vergebung aus, bis wir dem anderen ohne Groll begegnen können.

 Lasst uns in diesem Monat das Evangelium sowohl weitergeben als auch praktizieren.

 

Eugen, Jürgen, Thomas