Vergebung

veröffentlicht in Sonntagsblog von Eugen

Herzlich lieb habe ich dich, HERR, meine Stärke! Ps. 18,2 Eine Frau war in der Stadt, die war eine Sünderin. Sie fing an, Jesu Füße mit Tränen zu netzen und mit den Haaren ihres Hauptes zu trocknen, und küsste seine Füße und salbte sie mit dem Salböl. Lukas 7,37.38

Wie kann man Gott lieben, wie kann man Ihn von ganzem Herzen lieben?

...wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.“ (Luk 7:47()

Die Geschichte von derSünderin, die Jesus die Füße mit ihren Tränen benetzt und mit ihren Haaren abtrocknet endet damit, dass Jesus sagt: „Deswegen sage ich dir: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel geliebt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig.“ (Luk 7:47)

 

Bekommt man also Sündenvergebung, weil man Gott viel liebt? Nein! Man liebt Gott, weil man viel Vergebung braucht und viel Vergebung empfangen hat.

Wer sich selbst als Sünder, als hoffnungslosen Sünder vor Gott begriffen hat, und wer dann Vergebung und Hoffnung von Ihm bekommt, der sollte ein für allemal kuriert sein von Gesetzlichkeit, von Rechthaberei, von Unbarmherzigkeit. Er sollte in der Lage sein, aus der empfangenen Vergebung heraus mit einer nie endenden Liebe zu antworten, nicht nur Gott gegenüber sondern auch all den anderen Mitsündern gegenüber.

Ich staune immer wieder über die Kälte, die Christen einander gegenüber an den Tag legen können.

Wir sollten von der eigenen Sündhaftigkeit und Erlösungsbedürftigkeit so beschämt sein, dass uns jedes anklagende Wort dem nächsten gegenüber im Hals stecken bleibt.

... wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben; (Mat 6:12)

Wir sollten für die empfangene eigene Vergebung so dankbar sein, dass wir sie gerne auch an andere weitergeben wollen, weil wir ja wissen, dass sie ihrer genauso bedürfen. Denn wir sündigen ja selten nur Gott gegenüber. In der Regel sind es ja die Menschen, die wir belügen, verletzen, über deren Gefühle wir drüber trampeln, die wir nicht beachten, die keinen Raum bekommen, weil wir uns selbst allen Raum nehmen. Deshalb sollten wir, wenn wir es nicht wahrnehmen, Gott bitten, dass Er uns zeigt, wo wir am anderen schuldig geworden sind und Seine Vergebung auch brauchen.

Ich bin sicher, da würden wir so schnell an kein Ende kommen. Unsere Scham würde uns demütigen und uns in den Wunsch nach Vergebung hinein führen und am Ende würden wir sehen, wie klein der Splitter im Auge des anderen war, im Vergleich zu dem Balken, den wir herumgeschleppt haben.

Vielleicht ist es Zeit mal ausschließlich zu beten: „HERR zeige mir, wie ich bin!“

Eugen