Sich auf Gott ausrichten

veröffentlicht in Sonntagsblog von Eugen

Herr, du lässt mich genesen und am Leben bleiben. Jesaja 38,16

 

Diesen Teil eines Gebets spricht der König Hiskia um das Jahr 700 vor Christus. Da liegt er auf seinem Bett und bittet Gott darum, doch, noch weiter leben zu dürfen, nachdem ihm der Prophet verkündet hatte dass er sein Haus bestellen solle, weil er an einer „Krankheit zum Tode“ (also eine tödliche Krankheit) leide.

 

Es war also eigentlich Gottes Absicht, ihn sterben zu lassen. Und dies, obwohl Hiskia doch so viel für Gott getan hatte. Ist das fair? fragt man sich da.

 

Der obige Versteil kann und wird offensichtlich als Feststellung oder auch als Bitte übersetzt. Denn das ist es was Hiskia tut. Er hält Gott vor, was er für Ihn alles getan hat, und es scheint als ob er seine geistlichen „Verdienste“ für ein längeres Leben eintauscht.

 

Ist das Gute, das wir uns wünschen immer das beste Gute?

 

In seinem Fall wird es ihm gewährt, Gott lässt sich darauf ein und schenkt ihm noch mal einige Jahre. Aber in dieser Zeit zeugt er einen gottlosen Sohn, der schlussendlich dafür verantwortlich ist, dass auch das Reich Juda untergeht.

 

Und die Frage ist: War es das wert?

 

Diese Welt sagt uns, dass Gesundheit unser größtes Gut ist.

 

Jesus sagt Seinen Jüngern, dass es besser ist einäugig oder einarmig ins Himmelreich einzugehen, als dass uns diese zur Sünde verleiten.

 

Ja, Gott lässt sich oft erbitten, weil Er ein barmherziger und gnädiger Gott ist, und Er uns gerne Gutes gibt. Aber ist das Gute, das wir uns wünschen, immer das beste Gute?

 

So lange wir in dieser Welt sind, werden wir mit Krankheit konfrontiert sein und darum beten, dass Gott heilend eingreift, und wenn notwendig, werden wir dies auch immer und immer wieder tun.

 

Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.
(Matt. 6:33)

 

Aber wir müssen auch wissen, dass unser Leben immer noch in dieser Welt ist, einer Welt nach dem Sündenfall, einer Welt, die unter dem Gerichtsurteil Gottes lebt: „An dem Tag, an dem ihr von der Frucht esst, werdet ihr sterben.“ Unser äußerer Mensch ist noch Teil dieser Welt, und er ist immer noch sterblich.

 

Damit leben wir in der Spannung, dass wir wissen, dass wir zum Tod hin leben und doch das Leben bejahen und um Heilung bitten, so lange wir wissen, dass wir hier noch eine Aufgabe haben.

 

Das bedeutet, dass wir die Zeit hier wirklich darauf ausrichten sollten, nach Gottes Reich und Seiner Gerechtigkeit zu trachten, damit uns nicht widerfährt, was Hiskia passierte.

 

Dein Eugen