Nach Gottes Willen leben

veröffentlicht in Sonntagsblog von Eugen

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern. Lukas 12,48

Wer ist „man“ in diesem Zitat. Wer kann viel suchen und fordern? Als selbstbestimmte Zeitgenossen sind wir doch niemandem etwas schuldig außer uns selbst, oder?

Dieses Zitat ist nicht von Johann Gottfried Herder, auch wenn ihm ein verkürztes zugeschrieben wird. Nein, dieses Zitat ist von Jesus Christus dem menschgewordenen Gottessohn. Und Er weiß, wer „man“ ist. Es sind nicht Menschen, sondern es ist der dreieinige Gott, der von uns zu fordern berechtigt ist.

Wie dies? Nun, Er hat uns unser Leben gegeben, Er hat uns Seine Welt zur Verfügung gestellt, Seine Luft, sein Wasser, Seine Pflanzen und Seine Tiere, die Er gemacht hat. Und Er hat sie uns anvertraut, dass wir pfleglich und Ihn ehrend mit all dem umgehen, was Er uns anvertraut hat.

Und ich sah die Toten, groß und klein, stehen vor dem Thron, und Bücher wurden aufgetan…

Nun leben wir in einer Gesellschaft, in der kaum noch jemand wirklich danach fragt, was Gottes Wille ist.

Wenn uns der Gedanke nach Gott dennoch bewegen sollte, dann biegen wir uns unser Verständnis von Gott so zurecht, dass es zu unserem eigenen Lebensentwurf passt.

Wir wollen selbst entscheiden, was gut, was böse, was wertvoll und was wertlos ist und danach richten wir unser Leben. Rechenschaft vor Gott ablegen? Diese archaische Vorstellung passt nicht in unsere Zeit!

Und ein andres Buch wurde aufgetan, welches ist das Buch des Lebens. Und die Toten wurden gerichtet nach dem, was in den Büchern geschrieben steht, nach ihren Werken. (Off 20:12 )

Das Einzige, vor dem wir uns fürchten ist der „Shitstorm“, der sich über uns von unseren Zeitgenossen ergießen könnte, wenn wir ihnen nicht zu Willen sind und mit ihnen in dasselbe Horn blasen. Wie viele Wissenschaftler verstecken sich hinter klugen wissenschaftlichen Formulierungen und der Mehrheitsmeinung, um ja nicht in Ungnade zu fallen. Haben sie dann ihre Laufbahn hinter sich, tauchen sie aus der Versenkung auf und getrauen sich auch mal was Kritisches zu sagen. Ihnen ist tatsächlich viel gegeben, wie auch den erfolgreichen Unternehmen, Politikern, Theologen, Lehrern. Sie alle werden von Gott, wie wir Normalos auch, von Gott zur Rechenschaft gezogen: „Was hast du mit dem dir Anvertrauten gemacht. Hast du es zu Meiner Ehre eingesetzt?“ Wehe uns, wenn das nicht der Fall ist! Wer sich fragt, was dann kommt, sollte diese Stelle im Kontext lesen.

Dein Eugen