Liebet Eure Feinde

veröffentlicht in Sonntagsblog von Eugen

Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel. Mat.5,44-45

Es scheint, als ob Jesus hier dem Gebot der Nächstenliebe noch eins drauf gesetzt hat und die Feinde auch noch mit eingeschlossen hat.

Aber achten wir doch mal auf den Wortlaut:

Liebt eure Feinde.“ Wir sollen sie lieben, auch wenn sie Feinde sind, wenn sie, nach dem wir ihnen einen Liebesdienst getan haben, immer noch unsere Feinde sind, weil sie ihre Haltung uns gegenüber nicht verändert haben. Das steckt dahinter. Es geht nicht darum den Feind liebenswert zu machen oder zu erwarten, dass er mal nicht mehr Feind ist. Das wäre konditionale Liebe. Jesus sagt ja auch weiter: Bittet für die, die euch verfolgen. Bittet was?

Wenn man Jesu Vorbild am Kreuz anschaut, dann betete Er für die, die Ihn ans Kreuz geschlagen hatten oder schlagen ließen, was aufs selbe raus kommt. Er bittet, dass ihnen dieses Tun, von dem sie nicht wirklich wissen was sie da tun, vergeben werden möge.

Für Jesus sind die Feinde immer noch Menschen, immer noch erlösungsbedürftige und daher verlorene erbarmungswürdige Menschen.

In unserer heutigen politischen Diskussion werden die politischen Gegner wieder einmal erniedrigt, entmenschlicht, wird ihnen das Recht abgesprochen gleich behandelt zu werden, dieselben Rechte zu haben. Er ist der Feind, der mit allen Mitteln bekämpft werden muss.

Wir Christen dürfen da nicht mitmachen. Wir dürfen den radikalen Scharfmachern nicht hinterherlaufen, aus welcher Ecke sie auch kommen mögen.

Denn viele von denen ich euch oft gesagt habe, nun aber auch mit Weinen sage, leben so, daß sie die Feinde des Kreuzes Christi sind : (Phi 3:18)

Jesus spricht von Feinden. Sind wir dazu berufen, andere Feinde zu nennen? Nein! Aber als Christen, wenn wir unsere Jesus-Nachfolge ernst nehmen, werden wir in eine Konfliktsituation kommen, in der wir zu Feinden werden. Wenn wir sagen, dass Gott den Menschen als Mann und Frau für einander geschaffen hat und alles andere nicht schöpfungsgemäß ist, werden wir zu Feinden der nun geltenden öffentlichen Meinung. Wenn wir sagen, dass nur eine Frau ein Kind auf normalem Wege zur Welt bringen kann, dann werden wir zu Feinden der transsexuellen Bewegung, ob wir das wollen oder nicht. Wenn wir sagen, dass Abtreibung Mord ist, werden wir zu Feinden der Abtreibungslobby und -industrie. Nicht wir erklären andere zu Feinden, aber es kann sein, dass andere das tun.

Nicht umsonst macht die Bibel in Jak. 4:4 deutlich, dass die Liebe zur Welt und die Liebe zu Gott sich ausschließen. Aber hat Gott die Welt nicht geliebt? Ja, aber Seine Liebe zur Welt bestand darin, Seinen Sohn für diese Welt zu geben. Wer Ihn nicht hat, hat auch keinen Nutzen von dieser Liebe.

Euer Eugen