"Jagt dem Frieden nach!"

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

Die Jahreslosung für 2019 ist aus Ps. 34:15: „Suche Frieden und jage ihm nach!“ Dass wir in Westeuropa seit 1945, also über 73 Jahre Jahre, Frieden haben, ist eine der erstaunlichsten Tatsachen, wenn man die Zeit davor anschaut. Dieser Friede entstand, nachdem ein tyrannisches Regime besiegt worden war, das Europa und Nordafrika mit Krieg und Vernichtung überzogen hatte. Er entstand dadurch, dass Deutschland bedingungslos kapitulierte.

Unser Text der Jahreslosung steht genauso wenig im luftleeren Raum wie der Friede Europas. Das Böse, das Europa überzogen hatte, musste erst zugrunde gehen, damit Frieden und Freiheit einziehen konnten.

Der ganze Vers 15 lautet:

Laß ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!

Frieden in einer bösen Welt hat keinen Bestand. Einer Welt, die das Leben ab der Zeugung nicht achtet, die bedingungslose Freiheit des Andersdenkenden beschneidet, die Wahrheit zu einer Frage der Deutungshoheit macht, die das Böse gut und das Gute böse nennt, kann keinen dauerhaften Frieden erleben.

Wünschen wir uns dauerhaften Frieden?

Selbstverständlich!

Ist uns hier dauerhafter Frieden biblisch verheißen?

Dauerhaften Frieden gibt es nur im neuen Himmel und auf der neuen Erde, die von Gott geschaffen werden.

Ist es dann müßig, sich um Frieden zu bemühen?

Für uns Christen nicht!

Aber um welchen Preis sollen wir Frieden halten? Wie lange sollen wir die rechte Wange hinhalten?

Wie viele Freiheiten sollen wir uns rauben lassen?

Jesus sagt zu seinen Jüngern:

Mat 10:34 Meint nicht, daß ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.

Das sagt Er in dem Zusammenhang, wo es darum geht, dass Er zum Zankapfel werden würde, dass sich Menschen entscheiden werden müssen, wen sie mehr lieben: Jesus oder die Menschen um sie herum.

Wen liebst du mehr?

Wenn du die Entscheidung treffen musst: Jesus oder …: Wofür entscheidest du dich.

Wenn du die Entscheidung treffen musst: Das Wort Gottes oder …

Die biblischen Werte oder…

Die Glaubensgeschwister oder…

Ist dir der Friede mit den Menschen um dich herum mehr wert als deine Nachfolge, deine Hingabe an und deine Liebe zu Jesus.

Immer wieder hört man bei uns Christen Stimmen, die davon sprechen, dass wir aus unserer frommen Blase heraus müssen, wenn wir die Welt für Jesus erreichen wollen. Und wahrscheinlich trifft das auch immer wieder zu.

Aber interessanterweise sagte Jesus:

Liebe Kinder, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. ... Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. Daran wird jedermann erkennen, daß ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt. (Joh 13:33-35)

Das neue Jahr wird viele Herausforderungen haben. Eine davon wird sein, den Frieden untereinander zu bewahren. Dieser Friede ist dann erhaltbar, wenn wir einander lieben, wenn wir dem Feind nicht erlauben, Streit und Zwietracht unter uns zu säen. Wenn wir ihm nicht erlauben, Misstrauen anzufachen.

Wenn wir unser Leben als Regiogemeinde so gestalten, dass wir möglichst viele Menschen daran teilhaben lassen, kann man bei uns sehen, wie wir uns lieben.

Wenn wir Menschen, die Jesus noch nicht kennen, in das, was wir miteinander tun, ganz selbstverständlich mit hinein nehmen, können sie sehen, wie wir einander mit Achtung und Wertschätzung begegnen.

Von Jesus heißt es im Hebräerbrief (Kap. 2:11), dass Er sich nicht schämte, uns seine Brüder zu nennen.

Er schämte und schämt sich nicht, obwohl Er weiß, wer wir sind, was wir sind, wie wir uns verhalten und wie wir drauf sind.

Wenn Jesus sich unser nicht schämt, dann müssen wir uns einander auch nicht schämen, auch wenn wir persönlich Dinge anders machen, sagen, ausdrücken oder angehen würden.

Und sollte etwas wirklich mal ganz daneben sein, dann decken wir mit unserer Liebe das zu.

Als Noah, betrunken auf dem Boden lag, hatten zwei seiner drei Söhne die Liebe und die Achtung, den entblößten Noah zu bedecken.

Es kann durchaus sein, dass dem Frieden nachjagen bedeutet, da wo sich jemand eine Blöße gegeben hat, diese zu bedecken, wo jemand schuldig geworden ist zu vergeben, wo jemand in Anfechtung gefallen ist in Fürbitte einzutreten. 

Wir wünschen uns allen, dass der Friede Gottes, der Höher ist als alle unsere Vernunft, uns leitet, regiert und zur Ruhe führt, damit wir im Jahr 2019 in Frieden leben können.

Eugen und Jürgen