Im Spiegel betrachtet

veröffentlicht in Sonntagsblog von Eugen

Weise mich zurecht, HERR, aber im Gerichtsverfahren, nicht in deinem Zorn, damit du mich nicht auslöschst. Jeremia 10,24 Wenn der Fürsprecher kommt, wird er die Welt überführen und aufdecken, was Sünde, Gerechtigkeit und Gericht ist. Johannes 16,8

Jeremia vertraut auf Gottes Gerechtigkeit. Und auf diese können auch wir vertrauen, wenn wir uns gleichzeitig auf Sein Gnadengeschenk verlassen.

Jeremia bittet Gott: Weise mich zurecht.

Wer von uns hat diese Bitte schon einmal an Gott gerichtet? Wahrscheinlich nicht viele.

Ich will dich unterweisen und dich lehren den Weg, den du gehen sollst; (Psalm 32:8)

Wir wollen nicht zurechtgewiesen werden. Wir wollen selbst erkennen, was wir wie machen müssen. Wir wollen „selbst groß sein“. Und weil ja „Ratschläge“ das Wort „Schläge“ beinhaltet, wollen wir auch keine Ratschläge, wir wollen nicht geschlagen werden.

Den Ritterschlag, den verkrafteten wir dann schon eher, wenn er uns denn gewährt würde.

Aber wenn wir ehrlich sind, wissen wir, dass wir uns nie so objektiv sehen können, dass wir uns selbst korrigieren könnten. Insofern sind wir darauf angewiesen, dass uns jemand gelegentlich den Spiegel vorhält.

In Firmen gibt es dazu oft das Mitarbeitergespräch.

Wir können auch zu Gott zu einem Mitarbeitergespräch kommen und Ihn fragen: Wie siehst Du mich, was fällt Dir an mir auf, wie siehst Du meine Arbeit, mein Verhalten, meinen Charakter. Was würdest Du ändern wollen, wenn ich Dich ließe?

Jeder, der eine echte, lebendige Beziehung zu Jesus hat, weiß, dass man Jesus nicht lange bitten muss, dass Er einem Feedback gibt.

Nach deinem Rat leitest du mich, und nachher nimmst du mich in Herrlichkeit auf.
(Psa 73:24 )

Sehr schnell wird der Heilige Geist in uns aktiv und weist uns auf Dinge hin, die Er verändern möchte.

Es ist dann nur die Frage, ob wir auch so schnell reagieren, oder ob wir, weil es uns nicht passt, Sein Reden als unsere Einbildung abtun: „Die Gedanken sind wahrscheinlich meine eigenen, mein schlechtes Gewissen oder ähnliches.“

Viel mehr noch als die Mitarbeitergespräche im Betrieb haben die von unserem Herrn das Ziel, uns zu unserem vollen Potenzial zu führen.

Wenn wir diese Gespräche weder suchen noch sie ernst nehmen, berauben wir daher zuallererst uns selbst, und natürlich auch Gott, der uns ja zu Seiner Ehre und Verherrlichung vollkommen machen will.

Wie wirst du dich verhalten?

Eugen