Hosianna

veröffentlicht in Sonntagsblog von Eugen

Als die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der König von Israel! Johannes 12,12-13

 

Es gibt ja den Spruch: Zuerst rufen sie „Hosianna“ und dann „kreuzige ihn“. Als ob die, die dies taten, die selben Leute waren.

 

Aber aller Wahrscheinlichkeit nach waren es eben nicht dieselben. Die Frommen, die, die Jesus anhingen, die feierten das Passah und die waren am anderen Morgen noch nicht auf den Beinen. Weshalb auch? Niemand außer den Juden, die Jesus erledigen wollten, wussten vom Prozess vor Pilatus.

 

Zuerst rufen sie „Hosianna“ und dann „kreuzige ihn“

 

Nein, wir dürfen die hier „Hosianna“ Rufenden nicht mit den Schreienden vor Pilatus in einen Topf werfen und damit ihr Rufen hier diskreditieren. Es war ein prophetisches Ereignis, bei welchem sie aus dem Psalm 118 zitieren, der zu den messianischen Psalmen zählt. Sie rufen hier: gelobt sei „der Kommende“.

 

Johannes der Täufer fragt Jesus auch: „Bist du „der Kommende?“ Es muss also hier mehr gemeint sein, es muss ein Ausdruck für den erwarteten Messias gewesen sein.

 

Darauf deutet auch der nachfolgende Titel „der König Israels“ hin. Die griechische Formulierung hier findet sich nur noch in Jesaja 44:6, wo Gott von sich als dem „König Israels“ spricht.

 

Das Volk gebraucht diese Formulierung und macht damit deutlich, wer Jesus für sie ist. Ob sie alle es wissen, geht nicht daraus hervor. Denn manchmal sprechen wir Dinge aus, die der Heilige Geist in unseren Mund legt. So hatte es ja auch Petrus erlebt, als er auf die Frage Jesu, wer Er sei, antwortete: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes. (Matt. 16:16)

 

Wenn diese schweigen, werden die Steine schreien.“

 

Und Jesus sagt ihm, dass er das nicht aus sich sagte, sondern weil ihm der Vater im Himmel dieses Verständnis gegeben habe.

 

Und dasselbe ist auch hier am Tag des Einzuges geschehen. Die Jünger und mit ihnen alle Sympathisanten und Anhänger Jesu werden vom Geist Gottes geleitet. Die Pharisäer sind wie üblich auf dem Plan und versuchen, das Feuer zu löschen. Aber Jesus sagt: Wenn diese schweigen, werden die Steine schreien.

 

Tage später schweigen sie tatsächlich, weil sie so früh noch nicht auf sind.

 

Immer wieder schweigen wir Christen, weil wir nicht früh auf sind, weil wir es so gemütlich haben. Wir schweigen, wenn man schreien müsste. Wir bleiben sitzen, wenn man aufstehen müsste. Gott gebe uns in unserer Zeit wieder den Mut zu schreien und aufzustehen und unseren Mund aufzumachen, sodass die Stimme Gottes in Seiner Gemeinde und durch Seine Gemeinde wieder gehört wird in dieser Welt . Euer Eugen