Gott ist mit Dir

veröffentlicht in Sonntagsblog von Eugen

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele. Psalm 139,14

Das sagt David, ca. 1000 vor Chr. Das sagt der Mann, der, als es um ein Opferfest seiner Familie mit dem Propheten Samuel ging noch nicht mal eingeladen war. Er war bei den Schafen, während alle seine Brüder da sein durften. Das sagt derselbe Mann, der in Psalm 51 bekennt, dass er in Sünden empfangen wurde, was manchen vermuten lässt, dass er aus einer zumindest unzeitigen, wenn nicht sogar illegitimen Verbindung hervorgegangen war. (Für andere ist es eher eine Belegstelle für die Lehre von der Erbsünde). Das sagt der Mann, der wie ein Hase durch die Wildnis Israels gejagt wurde, nachdem er in Ungnade beim König Saul gefallen war.

Ich denke, der hätte nach heutigen psychoanalytischen Einschätzungen genügend Grund gehabt zu einem Klienten für die Couch zu werden.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir,(Ps. 23:4)

Aber er wurde es nicht! Er wurde es nicht, weil er eine intensive lebendige Beziehung zu seinem Gott hatte, die ihn selbst durch das Tal zum Teil selbstverschuldeter seelischer Leiden trug und er durch diese nie an Gott und seiner Güte zweifelte.

Hier sagt er, dass seine Seele Gottes Werk sehr wohl anerkennt, es bejaht. Wir brauchen eine ganzheitliche Beziehung zu Gott, das wird schon im Alten Testament deutlich. Unsere Seele ist oft das schwächste Glied, sie leidet viel mehr als unser Körper oder Geist.

Denn seine Augen wachen über den Wegen des Menschen, und all seine Schritte sieht er.
(Job 34:21 )

Und sie muss sehr oft von uns überzeugt, überführt werden, in Einklang kommen mit dem, was wir rational wissen. David, inzwischen General geworden, fiel in Ungnade, weil er bei den „Likes“ seinem König davon eilte. Er musste um sein Leben rennen, und wo ist dieses Leben besser aufgehoben als bei Seinem Gott? Wo ist unser Leben besser aufgehoben als bei unserem Gott? David hatte genug Kampf gesehen, dass er mit dem Psalmisten sagen konnte: Wenn auch tausend fallen zu deiner Seite und zehntausend zu deiner Rechten, so wird es doch dich nicht treffen. (Ps. 91:7) Die Wahrscheinlichkeit, dass man im Kampf sterben kann, ist sehr hoch. Dennoch fürchtet er sich nicht. Nimm diese Zuversicht, die der Psalmist in Ps. 91:7 zum Ausdruck bringt, in deine Furchtsituationen hinein und proklamiere es: Gott, der dich wunderbar gemacht hat, ist in alle Situationen bei dir.

Dein Eugen