"Frucht bringen!"

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

Es war an einem Montag, als Andrea und ich einen Spaziergang machten. Da erweckte ein Gerstenfeld meine Neugier. Es war das satteste, am stärksten bewachsene Gerstenfeld das ich seit langem gesehen hatte. Die Grannen leuchteten und schimmerten in unterschiedlichen Grüntönen in der Sonne.

I

Ich dachte: „Der Bauer wird sich auf eine reiche Ernte freuen können, wenn das Getreide nicht noch durch einen Sturm verdirbt.“

Und ich schaute mir die Gerste genauer an. Ein Gedanke ging mir durch den Kopf.

 

 

Anderes aber fiel auf die gute Erde und gab Frucht: das eine hundert-,

 

das andere sechzig-, das andere dreißig.

 

(Mt 13:8)

 

Wie kommt es, dass Jesus von hundert- sechzig- und dreißig-fach Frucht spricht? Er spricht davon im Zusammenhang mit dem 4-fachen Ackerfeld.1 Die unterschiedlichen Erträge kommen bei unterschiedlichen Menschen vor, die Gottes Wort hören und es in ihrem Herzen bewahren (viertes Ackerfeld). Im Gleichnis vom 4-fachen Ackerfeld erklärt Jesus seinen Jüngern, warum nicht alle ausgestreute Saat aufgeht und Frucht bringt. Es soll ihnen die Hintergründe aufzeigen und ihnen Mut machen, darauf zu vertrauen, dass etwas von ihrem Tun, von ihrem Ausstreuen aufgehen wird. Und das wird bis zu hundertfältig Frucht bringen.

Ich habe mir die Gerstenpflanzen angeschaut und gesehen, dass aus einem Wurzelstock bis zu 4 oder manchmal 5 Ähren aufgewachsen waren. Jede Ähre hatte bis zu 24 Körner dran. Das erklärte diese Staffelung.

Warum manche Samen mehr hervorbringen als andere hängt wahrscheinlich mit ihrem Standort zusammen und dem damit verbundenen Nahrungsangebot im Boden.

Ich habe festgestellt, seit unsere Nachbarn ihre Birken gefällt haben (darauf hatte ich keinen Einfluss), ist unsere Konifere vor dem Haus, die immer mehr abgestorben war, wieder am Grünen und Wachsen.

 

 

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht,

(Joh. 15:5)

 

Du stellst dir die Frage, warum dein geistliches Leben so wenig fruchtbar ist?

Du möchtest Gottes Wort festhalten, du möchtest wachsen und Frucht bringen, und gehörst also nicht zu den 3 anderen Ackerfeldern, aber es gelingt dir trotzdem nicht.

Wenn das so ist, dann stell dir die Frage: „Was ist sonst in meinem Leben drin, was mir den Saft abzieht, was das Wort Gottes nicht wachsen lässt, so dass es nur spärlich Frucht bringt?

Was belegt deine Gedankenwelt so sehr, dass du über Gott und Sein Wort gar nicht mehr zum Nachdenken, Nachsinnen kommst und dein Leben immer weniger davon geprägt wird?

Manchmal ist alles in Ordnung, man ist ungeteilten Herzens bei der Sache und dennoch wünscht man sich mehr Frucht.

Als Jesus von Sich als dem Weinstock spricht, sagt Er dass wir in Ihm bleiben müssen und Er in uns bleiben muss. Es ist wie eine gegenseitige Durchdringung. Und je mehr wir durchdrungen sind von Jesus und Er von uns, umso mehr werden wir von Ihm, Seinem Leben, Seiner Kraft, Seinem Geist bekommen.

Wir haben zuhause einen Weinstock und dieses Jahr hat er tatsächlich Trauben. Da habe ich mich entschieden das sonst der Begrünung dienende Laub auszudünnen. Ich will, dass die Trauben was werden – und er hat sich nicht gewehrt.

Jesus würde oft gerne unser Leben ausdünnen, damit die Frucht wachsen kann und nicht nur nette Blätter.

 

 

Jede Rebe an mir,


die Frucht bringt, die reinigt er, daß sie mehr Frucht bringe.

 

(Joh. 15:2)

 

Was würde Er gerne bei dir ausdünnen? Wo geht bei dir Zeit, Energie, gedankliche Kraft oder emotionales Engagement hinein, das dir fehlt, um wirklich gute Frucht zu bringen. Oder bist du so sehr mit dir selbst und deinem äußeren Schein (Viele Blätter) beschäftigt, dass für die Frucht keine Zeit, keine Kraft kein Glauben, keine Vision etc. übrig bleibt?

Jesus hat jeden von uns gesetzt, dass wir hingehen und Frucht bringen und unsere Frucht bleibt. Lass dich von Jesus freisetzen, lass dich von Ihm beschneiden, lass die Dinge aus deinem Leben entfernen, die dir den nötigen Saft rauben. Und lass dich da einpflanzen, wo du guten Boden hast.

Du sagst: „Der Boden auf dem ich bin, ist nicht gut“.

Auf unserem Gelände wächst überall der von mir geliebte Rukola und er wächst auf Boden, der sehr karg ist, wenig Wasser und wenig bis gar keinen Humus hat. Aber er liebt diesen Boden. Wenn du eine Rukola-Pflanze bist dann vergleiche dich nicht mit einer anderen, sondern bringe da Frucht, wo du gerade bist.

Wenn du dich aber nicht mehr mit Jesus und Seinem Leib verbunden fühlst, lass dich wieder neu und bewusst in Seinen Leib, in Seinen Weinstock einpflanzen. Jesus will, dass du ungehindert viel Frucht bringen kannst.

 

Eugen, Jürgen, Thomas

 

 

1Math. 13:13-23