"Erlöst wozu?"

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

Das ist die Predigtserie, die uns in der nächsten Zeit beschäftigen wird. Als Älteste haben wir uns diese Frage gestellt. Und wir wollen sie uns allen stellen. Wozu hat uns Gott erlöst?

Mancher denkt sich, dass dahinter die Frage steckt, warum?

Aber nein!

Es geht nicht um das „Warum“. Denn das stellt die Frage nach der Erlösungsbedürftigkeit, und die ist über jeden Zweifel klar:

Wir müssen erlöst werden, weil wir gefangen und versklavt sind unter der Herrschaft der Sünde, weil wir eine gefallene Natur haben, die nicht wirklich zum Guten fähig ist.

Na na, ist das nicht sehr verurteilend und pauschalisierend?“ denkt da mancher.Denn das Gesetz des Geistes, der lebendig macht in Christus Jesus, hat dich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.

(Rom 8:2)

Nun, die Tatsache, dass die Menschheit nichts lernt, sondern die Fehler und Sünden der Vergangenheit nur in unterschiedlichen Variationen wiederholt, ist beredtes Indiz für die Richtigkeit des obigen Statements.

Trachtet nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.

(Mat 6:33)

Wenden wir uns also dem Wozu der Erlösung zu.

Hat Gott Seinen Sohn für unsere Erlösung gegeben, damit wir unseren Egotrip fortsetzen, den wir in unserem unerlösten Zustand gefahren sind – nur halt jetzt ohne Fremdbestimmung?

Wer sich erlösen lässt, lässt sich befreien von der Herrschaft, der Unterdrückung durch die Sünde.

Die Deutschen haben erlebt, dass sie sich offensichtlich nicht selbst von der Tyrannei der Nazis befreien konnten. Die Alliierten mussten der Naziherrschaft ein Ende machen, damit das „befreite Deutschland“ den Weg in die Demokratie gehen konnte (das galt allerdings nur für den Westen).

Wir konnten uns auch nicht selbst befreien. Wir haben Jesus als unseren Befreier gebraucht. Die Alliierten sind im Großen und Ganzen abgezogen.

Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, die königliche Priesterschaft, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, daß ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat von der Finsternis zu seinem wunderbaren Licht;

(1Pe 2:9)

Jesus kam in unser Leben, um zu bleiben - für immer. Wir sind für ein Leben unter seiner Führung befreit. Wir sind zu einem Leben in seiner Gegenwart befreit.

Die Frage ist, ob uns das, als wir Jesus als Herrn und Erlöser eingeladen haben, so bewusst war? Und es stellt sich die Frage, ob wir das so wollen?

Wenn wir Jesus wollen, dann ist das die Konsequenz! Er will unser Gott sein und wir sollen Sein Volk sein – nichts anderes.

Wir sind erlöst, um die großen Taten Gottes zu verkündigen.

Wenn man das 1.Kapitel des Epheserbriefes ernst nimmt, dann ist alles, was Gott getan hat, Sein ganzes Erlösungswerk „zum Preis Seiner Herrlichkeit“. (Eph. 1:6 + 12 + 14)

Wir sind erlöst zum Preis Seiner Herrlichkeit, Seine Herrlichkeit zu vergrößern, in dieser Welt und in der himmlischen Welt. Denn jedes Mal, wenn jemand gerettet wird, ist Freude im Himmel.

Wir sind erlöst, um der Tempel des Heiligen Geistes zu sein, durch den Jesus, das Licht Gottes, in die Welt hinein leuchten kann.

Natürlich hat die Erlösung für uns alle erdenkliche Vorteile. Aber das sind die Begleiterscheinungen, nicht das Ziel.

Ziel ist auch nicht, dass wir uns dieser Begleiterscheinungen erfreuen und den Befreier und Erlöser vergessen.

Unser Ziel hier soll sein, dass wir selbst das allergrößte Interesse daran haben, Gottes Ziel zu verfolgen.

Wir sind sowohl der Tempel Gottes als Einzelne als auch als Gemeinde. So wie Gott in uns, in unserem Herzen wohnen will, will Er auch in unserem Gemeindeherzen, in dem, was die Gemeinde ausmacht, was sie tut, wohnen.

Er will unser ganzes Tun neu mit Seiner Gegenwart erfüllen.

Was wird geschehen, wenn wir ohne Zweifel, Seinem Wort vertrauend, es glaubend tun?

Was glauben wir, wird geschehen, wenn Gott in dieser Gemeinde, in jedem Einzelnen und in allem, was wir tun, den ersten Platz bekommt?

Was glaubst du, wird geschehen, wenn du zuallererst nach Gottes Reich, nach Seinem Willen, nach Seiner Ehre, nach Seiner Verherrlichung trachtest?

Was wird Gott tun?

Meinst du nicht, dass Er wie der wartende Vater uns mit ausgebreiteten Armen entgegeneilt und uns alles andere geben wird, was wir brauchen, wo wir Mangel haben?

Meinst du nicht, dass unsere Haltung und unser Handeln Ausdruck davon ist, dass wir uns Gott nahen?

Und wenn es das ist, meinst du nicht, dass Gott sich dann uns naht, sich uns in besonderer Weise zuwendet, uns in besonderer Weise Seine Gegenwart erleben lässt?

Wenn wir die Wirkungen des Reiches Gottes haben wollen, dann werden wir das am wahrscheinlichsten haben, wenn der Herr dieses Reiches da ist.

Lasst uns Ihn suchen von ganzem Herzen, uns Ihm nahen mit zerbrochenem Geist, in Demut und Er wird sich von uns finden lassen.

Eugen und Jürgen