Erfahrungen weitergeben

veröffentlicht in Sonntagsblog von Eugen

Ich aber: Gott zu nahen ist mir gut. Ich habe meine Zuversicht auf den Herrn HERRN gesetzt, zu erzählen alle deine Taten. Psa 73:28

Die heutige Tageslosung ist in ihrer Form nur verständlich, wenn man mindestens den Vers vorher auch liest.

Der lautet: „Denn siehe, es werden umkommen die, die sich von dir fernhalten. Du bringst zum Schweigen jeden, der dir die Treue bricht.“ (Ps. 73:27) Der Psalmist sieht eigentlich nur zwei Lebensentwürfe. Mit Gott, in Seiner Gegenwart oder fern von Gott leben. Für den, der sich bewusst von Gott fern hält, gibt es keine Hoffnung, keine Zukunft. Er wird vergehen.

Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk zum Eigentum,... (1.Petrus 2,9a)

Derjenige, der sich zu Gott hält bzw. dem die Gegenwart Gottes in seinem Leben wichtig, ja das Wichtigste überhaupt ist, der in Gott allein seine Hoffnung sieht, der wird in der Lage sein, von den Taten Gottes in seinem Leben zu erzählen. Er wird leben, er wird nicht vergehen.

Wenn wir vom Erzählen sprechen, dann haben wir vor Augen, dass wir den nachfolgenden Generationen erzählen können.

Die Frage ist allerdings, wollen die nachfolgenden Generationen überhaupt unsere Erzählungen hören. Ist die Generation „Self“ nicht so sehr mit sich und ihren eigenen Erfahrungen und Erkenntnissen beschäftigt, dass sie die vorangegangenen Generationen nur noch benötigt, wenn es darum geht, ihnen die Schuld für die Situationen, in denen sie sich nun befinden, zuzuschreiben?

dass ihr verkündigen sollt die Wohltaten dessen, der euch berufen hat aus der Finsternis in sein wunderbares Licht. (1.Petrus 2,9b)

In der ganzen „nie wieder“ Hysterie werden die Erfahrungen, Leistungen, Erkenntnisse, der bisherigen Generationen so schnell verworfen. Die Geschichts- und Kulturvergessenheit unserer Zeit erlaubt es den älteren schon kaum noch, tatsächlich von den Erfahrungen mit ihrem Gott zu erzählen, von Seinen Taten in ihrem Leben, von Seinem Reden, von Seinem Leiten.

Das war damals, aber heute leben wir im 21. Jahrhundert, im globalen Zeitalter, im Zeitalter, in dem wir den Planeten retten müssen.“ Der Planet war schon vor der „Friday for future Generation“ in Gefahr. Und er ist am meisten in Gefahr durch eine Generation, die sich von Gott und Seinem Anspruch abgewandt hat. Als Christen, als Gemeinde sollten wir im Anerkennen einer langen Geschichte der Gemeinde Jesu, über Alters- und Generationsgrenzen hinweg in der Lage sein, als das allgemeine Priestertum einander zu hören, voneinander zu lernen und so es möglich zu machen, dass wir von den großen Taten Gottes hören, uns inspirieren und ermutigen lassen. In der Gemeinde sollte eine andere Kultur herrschen als in der Welt. Mit diesem Wunsch im Herzen wünsche ich euch eine gesegnete Woche.

Eugen