"Entspann dich"

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

„Jetzt entspann dich“, ist ein viel gehörter Satz aus dem Mund von Menschen, die andere runter holen wollen. Die ihnen positiv oder negativ signalisieren wollen, dass jemand sich in was hineingesteigert, sich ereifert, sich geärgert hat und dies vielleicht übertreibt.

Entspann dich“ möchten wir dir ermutigend sagen. Nicht weil wir einen besonderen Grund sähen, sondern weil es grundsätzlich wichtig ist. Es ist insbesondere in dieser Zeit wichtig, weil der Vorweihnachtsstress noch kommt, dem sich nur wenige wirksam entziehen können.

Befiehl dem HERRN deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln

und wird deine Gerechtigkeit aufgehen lassen wie das Licht und dein Recht wie den Mittag.
(Ps. 37:5-6)

Aber um dem mit einer gesunden Portion Vernunft begegnen zu können, bedarf es eines entspannten tiefen Durchatmens in diesem Monat. Denn du wirst schon noch außer Atem kommen, wenn du nicht aufpasst.

Es ist immer gut sich zu entspannen, wenn Dinge nicht so laufen, wie man das will, wenn man kritisiert wird, ob zu recht oder unrecht. Das lässt sich, in der Regel, in einem entspannten Zustand vernünftiger analysieren als in einem verkrampft angespannten.

Befiehl dem HERRN deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln

Sei still dem HERRN und harre auf ihn!

(Psa 37:5+7 ELB)

Manchmal würde uns ein gelassener Schritt zurück wirklich besser tun. Wir würden die Situation mit größerem Abstand beurteilen können. Wir würden uns selber von der Sache innerlich etwas distanzieren und unterscheiden können, ob wir nur persönlich verletzt oder persönlich ertappt wurden oder ob da tatsächlich etwas Richtiges dran ist.

Wir haben uns im letzten Gemeindebrief mit dem Thema Einheit befasst. Der größte Feind der Einheit ist das Missverständnis. Danach kommt die persönliche Angreifbarkeit.

Beides gepaart ist ein todsicheres Rezept für Streit und Uneinigkeit.

Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben.
(Matt. 6:14 )

Dass Missverständnisse entstehen, kann man fast nicht vermeiden. Dass sie sich auswirken, schon. Denn ein Missverständnis kann man, wenn man denn will, aufklären. Dazu gehört Mut, Dinge klar fragend anzusprechen. Das hat allerdings die mögliche Konsequenz, dass man sich für etwas entschuldigen muss, für eine falsch gedeutete Wahrnehmung und eine daraus folgende falsche Annahme. Aber wenn wir das nicht wollen, dann öffnen wir dem Missverständnis Tür und Tor.

Als Christen sollte es uns eigentlich nicht schwer fallen, eine Entschuldigung bzw. eine Bitte um Verzeihung über die Lippen zu bringen. Wir beten ja im Vater unser: „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben haben unseren Schuldigern.“

Die Realität sieht manchmal leider etwas anders aus.

Das liegt daran, dass wir uns so ernst und wichtig nehmen. Wir haben etwas gesehen. Wir haben vielleicht sogar ein „Wort der Erkenntnis“ oder einen „prophetischen Eindruck“. Und dann wird‘s komplett schräg. Wir vermischen bedingte Wahrnehmungen mit geistlichen Eindrücken und erheben sie zu Wahrheiten.

Das geht absolut nicht! Sind es Eindrücke oder Prophetien, müssen die sich prüfen lassen und, je nach dem, auch als nicht richtig auf die Seite legen lassen.

Also entspann dich, häng dich nicht an das, was du meinst gesehen, gehört oder empfunden zu haben.

Geh hin und überprüfe es bei einem entspannten Gespräch und nimm dich nicht so wichtig dabei.

Jesus sagt seinen Jüngern: „Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun sollen, das tut ihr ihnen auch! Denn darin besteht das Gesetz und die Propheten.“ (Mat 7:12)

Willst du, dass dir Menschen vertrauen, vertrau ihnen, vertraue darauf, dass sie dir Gutes wollen und nicht Böses.

Willst du, dass andere Gutes über dich denken, fang an über sie Gutes zu denken. Fang an sie zu segnen und fang an bei deinen Geschwistern in der Gemeinde.

Aber bilde dir nicht ein, dass du weißt, was in einem anderen Menschen vor sich geht. Wenn du das beherzigst, dann wirst du davor bewahrt falsch über ihn zu denken und noch vielmehr über ihn zu urteilen.

Du wirst viele Missverständnisse vermeiden.

Entspann dich, wenn du mal übersehen wirst und denk dran, wie Gott gerade in diesem Moment dein Herz sieht, wie du damit umgehst. Du kannst den Test bestehen, mit Seiner Hilfe.

Sei entspannt, wenn du nicht zu einer Party eingeladen bist, denn dann hast du wohl in diesem Moment für etwas anderes, mindestens genauso wichtiges, Zeit.

Sei entspannt, wenn du nicht befördert wirst, obwohl du so sehr darauf hingearbeitet hast. Dann bleibt dir womöglich dein nächster Schleudersitz erspart.

Der Psalmist sagt: „Befiehl dem HERRN deinen Weg und vertraue auf ihn, so wird er handeln...“ (Psa 37:5)

Wir wünschen dir in diesem Monat so viel Gelassenheit und Entspannung, wie du brauchst und noch etwas mehr .

 

Eugen, Jürgen und Thomas