"Ein attraktiver Gott"

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

Was macht eine Person attraktiv? Machen die Bilder, die jemand von sich auf Instagram postet, diese Person attraktiv? Wie kann der Betrachter dieser Bil-der wissen, wie viele Filter über das ursprüngliche Bild dieser Person gegangen sind, um alle störenden Dinge zu entfernen: Falten, Sommersprossen, Pickel, Cellulite, überschüssige Pfunde?

Und selbst wenn wir das wirkliche Bild zu sehen bekämen, wüssten wir noch nicht, ob diese Person attraktiv und sympathisch ist.

Ein Bild, ein Portrait ist zweidimensional. Aber es fehlen so viele Dimensionen. Erst wenn man die Chance hat, diese Person persönlich kennenzulernen, wird man feststellen, ob sie wirklich sympathisch und attraktiv ist, ob man zu ihr hingezogen ist.

Denn Entsetzen hatte ihn erfasst und alle, die bei ihm waren,
(Luk 5:8-9)

Dasselbe gilt für Gott. Wir können versuchen ein noch so gutes attraktives Bild von Gott zu malen (was meist einseitig und subjektiv ist). Es wird der persönlich erlebbaren Beziehung niemals auch nur annähernd nahekommen.

Deshalb sagt Philippus zu seinem Freund Nathanael: „Komm und sieh. Komm und lerne Ihn kennen, er ist nahbar, er ist erfahr- und erlebbar.“

Und Nathanael sprach zu ihm: Was kann aus Nazareth Gutes kommen! Philippus spricht zu ihm: Komm und sieh es!

(Joh 1:46)

Deshalb sollen die Kinder zu Jesus kommen, entgegen dem Protest der Jünger. Sie sollen Ihn erleben, erleben, wie freundlich, gütig, nahbar und sie verstehend Er ist.

Wenn die Menschen zu Jesus kamen, dann fragte Er sie nicht: „Was willst du von Mir wissen, sondern was kann, was soll Ich für dich tun?“

Als aber Simon Petrus es sah, fiel er zu den Knien Jesu nieder und sprach: Geh von mir hinaus! Denn ich bin ein sündiger Mensch, Herr.

 

So sehr wir in der Regiogemeinde gute biblische Lehre schätzen, so sehr sind wir uns bewusst, dass keine noch so intensive Lehre die persönliche Erfahrung der Gnade und des Heils, der Vergebung, der Wiedergeburt, der Neuwerdung, der Innewohnung des Heiligen Geistes und der Begabung durch diesen ersetzen kann. Nichts und niemand, kein noch so schlüssiges theologische Lehrsystem kann die Stimme Gottes in uns ersetzen, die uns darin versichert, dass wir Sein Kind sind.

Gott ist ein Gott, der Gesetze gegeben hat, damit diese Welt existieren kann. Aber als Gesetzgeber ist Er Herr jedes existierenden Gesetzes und lässt sich daher niemals auf Seine Gesetze reduzieren oder durch sie beschränken.

Daher ist Er kein Kaugummiautomat, der der inneren Mechanik folgend das ausspuckt, wofür wir „bezahlt“ haben.

Bezahlen meint in diesem Kontext, wofür wir geglaubt, gebetet, gefastet, gearbeitet oder uns abgemüht haben.

Aus der erfahrbaren und gelebten Beziehung heraus kommt ein Dialog zustande, der es uns ermöglicht, zu hören und zu spüren, was Gott getan haben will, was Er geglaubt haben will, was Er gebetet haben will und woraufhin Er handeln will.

Sein Wort und damit Sein geoffenbarter Wille hilft uns dabei, uns nicht zu verirren.

Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe! Dieser ist doch nicht etwa der Christus?

(Joh 4:29)

Wir „machen Gott attraktiv“ wenn wir Ihn selbst erleben, selbst mit Ihm Gemeinschaft haben und aus dieser Gemeinschaft heraus das Erlebte in unsere Umwelt hinausströmt wie eine Quelle. (Die Quelle lebendigen Wassers, von der Jesus redet, erinnert daran.)

Erleben die Menschen um uns herum, dass dieser Gott real ist, haben sie zwei Möglichkeiten: Sie wollen diese Beziehung auch oder sie wenden sich von Jesus ab, dem sie durch uns begegnet sind.

Wenn wir wollen, dass Menschen Jesus kennenlernen, dann müssen wir Jesus mehr Raum in unserem Leben geben, damit der in uns lebende und durch uns handelnde Jesus für unsere Mitmenschen erlebbar wird, es zu einem ersten Kontakt kommt.

Was hindert Jesus, mehr Raum, Autorität, Handlungsspielraum in deinem Leben zu haben?

Als Jesus zum ersten Mal in das Boot von Petrus einstieg und in diesem Boot nicht nur zu reden, sondern auch zu handeln begann, war die Reaktion von Petrus: „Geh weg von mir, denn ich bin ein sündiger Mensch.“

Welche Sünde hindert dich, Jesus noch mehr Gestaltungsfreiheit in deinem Leben zu geben?

Wem willst oder kannst du nicht vergeben?

Wen willst oder kannst du nicht um Vergebung bitten?

Manche unserer Blockaden hängen mit den zwei letzten Fragen zusammen. Willst du weiter blockiert sein?

Jesus will so viel mehr tun, als du dir vorstellen kannst. Je schneller du Ihm jeden Bereich deines Lebens zugänglich machst, umso schneller kann Er diese Bereiche in Besitz nehmen und auch in ihnen und durch sie handeln und sich für dich und andere erfahrbar machen.

Gott möchte durch dich zu einem attraktiven Gott für viele werden, weil Er in dir und durch dich sichtbar und erfahrbar wird.

Ein von Jesus verheißener Weg ist der der gegenseitig gelebten Agape-Liebe.

Eugen, Jürgen und Thomas