"Der Kampf um Weihnachten"

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

Die Atheisten würden es gern abschaffen, die Multikultis umfunktionieren und manche Christen sind sich ob des Datums nicht sicher, ob es wirklich richtig ist, es zu feiern. Und manch anderer findet: Das ist eh nur Geschäftemacherei.

Wir sind uns also einig, dass wir uns uneinig sind, so im Großen und Ganzen.

Aber um was geht es denn im Kern? Geht es wirklich um Weihnachtsmärkte, auf denen es hauptsächlich ums Essen, Trinken, und die je nach dem nützlichen oder weniger nützlichen Weihnachtsgeschenke geht? Geschenkt – braucht man nicht wirklich.

Und der Herr sprach zu dem Knecht: Geh hinaus auf die Wege und an die Zäune und nötige sie hereinzukom-men, dass mein Haus voll werde!
(Luk 14:23)

Geht es um die Weihnachtsmusik im öffentlichen Raum – oft ist das die Musik in den Kaufhäusern, die uns zum Einkaufen animieren soll? Und sie hat seltenst noch etwas mit der Weihnachtsbotschaft zu tun.

Geht es um die Weihnachtsbeleuchtung in der dunkelsten Jahreszeit? Es macht sie etwas erträglicher. Aber kann man das in Zeiten von Klimawandel und so noch vertreten?

Was tut's aber? Wenn nur Christus verkündigt wird auf jede Weise, es geschehe zum Vorwand oder in Wahrheit, so freue ich mich darüber.

(Phi 1:18)

Apropos Klimawandel und Feinstaubgefahr, da muss echt auch was an Silvester passieren. Ein generelles Feuerwerkverbot muss her 😉😉

Geht es bei Weihnachten um das „Fest der Liebe“, wie es so oft genannt wird?

Man könnte es so nennen, aber besser passen würde das zu Karfreitag. Denn da gab Gott dann ultimativ aus Liebe zur Welt seinen Sohn.

Ja an Weihnachten feiern wir die erste Ankunft des lange angekündigten Messiasses. Und an Weihnachten können wir all den Ignoranten erklären, dass Gott nicht mit Maria Sex hatte und daraus das Jesuskind wurde, sondern dass durch den Heiligen Geist der ewige Gottessohn in der Maria ins Fleisch kam und menschliche Gestalt annahm und dann wie ein normales menschliches Kind geboren wurde. Ob es aber tatsächlich das Datum unserer Weihnachten war, wissen wir nicht.

Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
(Joh 1:14 )

Jesu Existenz, Seine Leidensfähigkeit und Seine Fähigkeit den physischen Tod zu erleiden bewies, dass Er tatsächlich eine menschliche Existenz hatte und nicht einfach eine „Scheinexistenz“, ein Geist in menschlicher Form.

Wir feiern die Menschwerdung Gottes, und das ist der Kern.

Das ist der Kern des Ärgernisses, denn für eine bestimmte Religion hat Gott definitiv keinen Sohn, weshalb man, in voreilendem Gehorsam um ihretwillen am liebsten das ganze Weihnachtsfest abschaffen wollte.

Nehmen wir Christen die Gelegenheit wahr, das Weihnachtsfest zu feiern, so lange es noch möglich ist.

Denn es ist immer noch ein Fest, an dem die Menschen in die Kirche gehen.

Es ist interessant, dass selbst in der Türkei die dortigen Gemeinden berichten, wie sie an Weihnachten und Ostern so viele Gäste haben wie sonst nie, insbesondere gemeindefremde Gäste.

Nutzen wir die Möglichkeit zu unserem Weihnachtsgottesdienst einzuladen und das Evangelium von der menschgewordenen Gnade Gottes den Leuten nahezubringen.

Nutzen wir diesen Tag, um das Evangelium so greifbar wie möglich zu machen.

Beten wir um Gäste, beten wir darum, dass unsere Einladungen auf offene Herzen treffen. Beten wir darum, wie wir diesen Abend noch mehr nutzen können. Vielleicht, in dem wir unsere Häuser nach dem Gottesdienst für Gäste öffnen. Die Familie mag uns wichtig sein. Aber wenn sie ebenfalls gläubig sind, werden sie verstehen, dass es wichtiger ist, diese Gelegenheit zu nutzen.

Es kann allerdings sein, dass auch sie das Evangelium brauchen. Dann sollten wir es ihnen auch sagen, dann sollten wir sie auch in den Gottesdienst einladen. Dann sollten wir an diesem Abend keinen faulen Kompromiss machen.

Es geht uns beileibe nicht darum Druck zu machen. Aber wir sind einander gegeben zur gegenseitigen Ermutigung, manchmal auch zur Ermahnung.

Wenn wir Weihnachten, diese spezielle Zeit, in der die Menschen auf wundersame Weise offener sind als sonst, nutzen, das Evangelium teilen und tatsächlich Menschen ihr Leben für Jesus öffnen, dann hat dieses Weihnachten, so umstritten es sein mag seinen Zweck erfüllt. Dann ist Jesus wieder in einem Menschen geboren worden, ist das Licht der Welt in einen Teil der Welt gekommen, hat sein Licht angezündet.

Und wenn wir schon dabei sind, dann können wir die Menschen auch noch gleich zu unserer Silvesterfeier einladen. Sie sollen das Jahr nicht alleine beschließen oder an einem Ort, der ihnen nicht gut tut.

Wir feiern gerne und wollen diese Feierfreude mit ihnen teilen, wollen sie wiederum in unsere Familie, die erweiterte, hinein nehmen.

In diesem Sinn wünschen wir euch einen intensiven Dezember.

Eugen, Jürgen und Thomas