"Das große Sammeln"

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

Monatsspruch für den November steht in Offenbarung 21:2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.

Am Tag, an dem dieser Brief entstand, konnte man Zeuge eines wahrscheinlich jährlich stattfindenden Schauspiels werden: die Sammlung von Vögeln. Die Bäume und Hochspannungsmasten waren voll von ihnen und ihr Zwitschern war nicht zu überhören.

 

Und dann waren sie mehr oder weniger von einem Moment auf den anderen weg.

Es war ein Naturschauspiel, das einen in seinen Bann zieht, weil die Sammlung, das Zusammenkommen und wieder auseinander fliegen, bis man sich schlussendlich gesammelt hat, von außen nicht nachvollziehbar ist.

Wenn Jesus und Seine  Braut auf die neue Erde kommen wird, dann wird das ein Schauspiel sein, was alles bisher Dagewesene übertrifft.

… wie auch Christus die Gemeinde geliebt hat und hat sich selbst für sie dahingegebe, um sie zu heiligen.
(Epheser 5:25+26)

Bis es so weit ist, will Jesus noch Seine Gemeinde sammeln. Manches von dem, was sich in dieser Zeit abspielt, ist auch für uns nicht so ganz nachvollziehbar. Welchen Gesetzmäßigkeiten folgt Jesu Sammeln? Was sind Seine Absichten, wenn Er die Menschen des Westens dahin gibt in die Verdrehtheit ihres Sinnes? Warum lässt Er zu, dass die Christen in manchen Staaten Verfolgung erleiden, während sie in anderen relative Freiheit genießen?

Und ich werde euch aus den Nationen holen und euch aus allen Ländern sammeln und euch in euer Land bringen. (Hes 36:24) 

Dass Gott sammelt, dass Er hier in Weil am Rhein in der Regiogemeinde sammelt, das schien mir, wollte Gott durch dieses Bild der Vogelsammlung deutlich machen. Er sammelt, Er ruft zusammen, Er formt einen übergeordneten Leib.

Warum fliegen die Vögel in Schwärmen? Weil es leichter ist, weil man Windschattenfliegen kann, weil man sich ermutigen kann, weil die Vögel soziale Wesen sind, Gemeinschaft suchen.

Wenn Gott schon im Tierreich deutlich macht, wie sehr man einander braucht, wie viel mehr brauchen wir Christen einander und die Gemeinschaft miteinander.

Das neue Jerusalem wird die Wohnstadt der Christen sein. Es wird der Ort sein, wo Jesus jetzt schon dabei ist, uns Wohnungen zu machen.

Jetzt fällt uns Gemeinschaft vielleicht noch schwer, aber im neuen Jerusalem werden wir alle unsere Phobien abgelegt haben, unsere Verletzungen durch schief gelaufene Beziehungen werden geheilt sein.

Jetzt brauchen wir die Gemeinschaft, um uns gegenseitig zu helfen, einander Windschatten geben zu können, einander ermutigen zu können, einander Lasten abnehmen zu können.

Im neuen Jerusalem werden wir die Gemeinschaft leben, weil wir vollkommen das Bild Gottes sein werden, der ein Gott der Gemeinschaft ist.

Das neue Jerusalem ist einerseits die Wohnstadt der Heiligen, wo Gott in ihrer Mitte wohnt. Andererseits ist es auch aufgebaut aus den Heiligen. Denn sie sind die lebendigen Steine aus denen die Gemeinde, die Braut Jesu aufgebaut ist.

 

Deshalb ermahnt einander und erbaut einer den anderen, wie ihr auch tut! (1. Thes. 5:11)  

Das ist immer wieder etwas verwirrend.

 

Jesus will eine herrliche Braut und die bekommt Er auch.

Egal wie man die Offenbarung liest, egal ob man die Beschreibung vom neuen Jerusalem wörtlich oder bildlich nimmt: was bleibt, ist die Beschreibung von einem Gebilde, was unglaublich schön, unglaublich kostbar, unglaublich anders ist als alles, was wir kennen.

Und es ist aufgebaut aus allen durch Jesus lebendig Gemachten.

Christsein ist Gemeinschaft, Christsein hat eine ewige Bestimmung, und deshalb ist es wichtig, dass wir jetzt schon mit der kommenden Realität rechnen.

Die Regiogemeinde soll ein Ort sein, an dem Menschen auf ihre ewige Existenz in der Gemeinschaft mit ihrem Herrn hin leben.

Und wie tun sie das? Sie leben darauf hin, indem sie mit dabei sind, möglichst viele zu sammeln, möglichst viele dazu einzuladen, mit dabei zu sein.

Es gibt Leute, die sagen: „Gemeinde ist nicht so wichtig. Wichtig ist, dass die Menschen Jesus, Seine Liebe, Seine Vergebung und Seine Freundlichkeit kennenlernen, besonders dadurch, dass wir für sie beten, für Heilung etc.“

Wenn wir aber hier Gemeinde verachten, dann verachten wir das, was Jesus über alles liebt. Dann verachten wir das, wofür Er gekommen ist und sich selbst gegeben hat. Gemeinde ist Jesu Mittel und Sein Ziel. An Seiner Gemeinde will Er Seine Weisheit, Seinen Ratschluss, Seine Größe offenbaren.

Er hat in die Regiogemeinde einen großen Reichtum gelegt, den Er offenbaren möchte. Die verschiedenen Kleingruppen, die Gottesdienste bei Kindern und Erwachsenen und alles andere, was diese Gemeinde noch tun wird, macht eines deutlich: Gottes Auferstehungskraft bringt Versöhnung und bringt Menschen zusammen und lässt sie zusammenwachsen, sich zusammen freuen, zusammen Gott und dem Nächsten dienen. Manchmal kann es so aufgeregt wie bei den Vögeln auf dem Mast aussehen. Aber Gott weiß, was da abgeht und Er freut sich an diesem bunten Treiben. Sei mit dabei und lass dich einreihen in den Zug Ihm entgegen.

Eure Ältesten Eugen und Jürgen