Anvertrautes

veröffentlicht in Sonntagsblog von Eugen

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man umso mehr fordern. Lukas 12,48

Wie so viele biblische Verse ist auch dieser zu einer allgemeinen Redewendung geworden.

Aber was sagt er? Wer ist „man“ in diesem Fall? Ist „man“ die Allgemeinheit, die Gesellschaft, die ein Recht hat auf den oder an dem, „dem viel gegeben wurde“? Und wer hat wem viel gegeben?

wer Gott naht, muß glauben, daß er ist und denen, die ihn suchen, ein Belohner sein wird.
(Hebr 11:6)

Wer hat uns unser Leben gegeben?

Wer hat darüber gewacht, dass die meisten von uns gesund auf die Welt kommen? Menschen jedenfalls nicht. In Zukunft haben es vielleicht die Reproduktionsmediziner in der Hand, den Eltern „Designerbabies“ zu schaffen.

Jesus, der hier redet, spricht davon, dass Gott einem jeden von uns etwas anvertraut hat, entsprechend unserer Begabung. Es ist die Verantwortung für unser Leben. Und Er wird am Ende da sein, um von uns Rechenschaft zu fordern: „Was hast du mit deinem Leben, das ich dir gegeben habe angefangen. Hast du dieses Leben gemehrt? Oder hast du es vergraben?

Viele der heutigen Zeitgenossen vergraben ihr Leben. Sie leben in den Tag hinein, sorgen sich allein um ihr eigenes Wohl, weil es für sie sonst niemanden gibt, der das tut. Der Rest ist ihnen egal.

Dann gibt es eine zunehmende Zahl von Menschen, die am Gotteskomplex leiden. Sie halten sich für die letzte Instanz in dieser Welt und meinen die Welt retten zu müssen, was dann regelmäßig zusammen mit ihresgleichen in einer kollektiven Hysterie ausartet.

Siehe, ich komme bald und mein Lohn mit mir, einem jeden zu geben, wie seine Werke sind. (Off 22:12 )

Aber weder die Haltung der einen Gruppe noch die der anderen ist das, was Jesus vor Augen steht.

Er spricht von der Beziehung des Menschen als Gottes Verwalter, der Gott gegenüber in einer Beziehung steht. Der weiß, von wem er das Empfangene hat und wem er darüber Rechenschaft schuldet. Es ist eine vertrauensvolle Haushalterschaft, die weiß, dass Gott den Haushalter nicht überfordert und nicht über den Tisch zieht.

In einer solchen Beziehung ist der Mensch bewahrt, die ultimative Verantwortung zu tragen, denn er weiß, was ihm anvertraut ist und wo die Grenzen sind.

Lebst du in dieser vertrauensvollen Beziehung zu Gott, in der du weißt, was dir anvertraut ist und was Gott von dir erwartet bzw. auch nicht erwartet? Denn letzteres ist genauso wichtig.

Lass dich einbinden als Gottes Haushalter und vertraue auf Ihn, dass Er am Ende ein guter Herr sind wird der Seinen Lohn nicht zurückhalten wird.

Dein Eugen