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01. Sept.
2020
Wozu Jesus? Blog-Post Bild

Wozu Jesus?

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

„Wozu musste Jesus Mensch werden?“ War eine der vielen großartigen Fragen, die die Kinder in der vergangenen KiwoH 2020 stellten. Ja wozu eigentlich, fragt man sich, wenn man so manchen vom „Evangelium sprechen“ hört.

Kam Jesus, damit wir es hier besser haben? Kam er, um uns ein sinnvolles Leben zu geben? Kam er damit wir mit unserem Alltag besser zurechtkommen?

Der Monatsspruch für September sagt uns, warum Jesus kommen musste.

 

Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.

 

(2.Kor. 5,19)

 

 Das ist das Zentrum des Evangeliums. Alles andere ist sekundär. Denn vielen Menschen geht es nicht besser, wenn sie Christ werden. Sie leiden Mangel, sie leiden Unterdrückung und Verfolgung. Ihr Alltag ist nicht leichter und manchmal scheint selbst das Leiden keinen Sinn zu machen, auch wenn ihnen Gott im Leiden beisteht.

 Nein, das Zentrum ist, dass Gott uns mit sich selbst durch das Versöhnungsopfer Jesu versöhnt.

Warum musste er das?

 Weil wir in Feindschaft, in Rebellion und in sündiger Sklaverei, fern von ihm, gelebt haben.

Woher kam das?

 Unsere ersten Eltern Adam und Eva lehnten sich im Ungehorsam gegen Gott auf und verloren die Gemeinschaft und die Gunst Gottes. Sie wurden in ihrer Auflehnung Gottes Feinde. Jede tägliche Sünde ist praktischer Ausdruck dieser Rebellion und Feindschaft gegen Gott. Jesus macht sich zum Versöhnungsopfer, stirbt an unserer Stelle für unsere Feindschaft und Rebellion.

 Wenn wir dieses Versöhnungsopfer annehmen, dann stellen wir uns unter unsere Schuld und bekennen, dass wir Erlösung und Versöhnung brauchen.

 Nur wenn wir das tun, dann erleben wir die Versöhnung mit dem dreieinigen Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Diese Versöhnung eröffnet uns den Zugang zu diesem dreieinigen Gott, mit dem wir nach dem Tod in Ewigkeit zusammen sein dürfen.

 Das ist das Evangelium und dieses Evangelium müssen wir in seiner Einfachheit und Klarheit weitergeben.

 Ja, Jesus hat geheilt und von Dämonen befreit und hat auch ganz selten mal ein Fest gemacht. Aber das war nicht seine Hauptbotschaft. Seine Hauptbotschaft war: Tut Buße, denn das Reich Gottes ist nahegekommen.

 Diese Buße war nicht einfach: „Be better, do better“

 Nein diese Buße, diese Änderung des Sinnes war eine Busse von innen nach außen.

 Unser Herz, unser inwendiger Mensch musste neu werden.

 

Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.

(Joh. 3:3)

 Das sagte er Nikodemus, als er mit ihm über die Notwendigkeit sprach, von neuem geboren zu werden.

 Er sagte ihm, dass nur, wenn jemand von neuem geboren werde, er in das Reich Gottes kommen könne, ewiges Leben haben könne. Und das geschehe durch Wasser und Geist.

 Dieser Geist ist ausgegossen, um uns von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht zu überführen. Das sind die zentralen Begriffe des Evangeliums. Umgehen wir die, umgehen wir das Evangelium.

 Wenn wir wollen, dass Menschen wiedergeborene Jesusnachfolger werden, dann müssen wir uns vom Heiligen Geist gebrauchen lassen, diese Wahrheiten weiter zu geben, ob sie bequem sind, ob sie cool sind, ob sie in unsere Partylaune passen oder nicht.

 Nur dann werden wir, was unsere Verantwortung angeht, Jesus im Endgericht mit dem uns anvertrauten Gut begegnen können und er wird sagen können, du bist über wenig treu gewesen, ich will dich über viel setzen, geh ein zu deines Herrn Freude.

 

So tut nun Buße und bekehrt euch, daß eure Sünden ausgetilgt werden, damit Zeiten der Erquickung kommen vom Angesicht des Herrn.

 

(Act 3:19)

 Denn abgerechnet wird am Schluss, am Ende dieser Welt, wenn Jesus wiederkommt. Wehe uns, wenn wir dann mit leeren Händen dastehen, weil wir das Evangelium nicht in Treue und Wahrheit weitergegeben haben, weil wir die Menschen schonen wollte, weil wir vielleicht selbst nicht wirklich versöhnt waren, weder mit Gott noch mit unseren Mitmenschen oder noch schlimmer mit unseren Mitchristen.

 Denn da wird Versöhnung zuallererst sichtbar, wo wir in der Lage sind den anderen Christen mit einem versöhnten und versöhnlichen Herzen zu begegnen.

 Es ist immer wieder ein schmerzliches Erleben, wenn wir es nicht schaffen einander zu vergeben und die empfangene Versöhnung weiter zu geben.

 Denn dazu kam Jesus vor allem anderen. Haben wir aneinander gesündigt, dann suchen wir die Vergebung des Anderen. Ist an uns gesündigt worden, dann sprechen wir Vergebung aus, bis wir dem anderen ohne Groll begegnen können.

 Lasst uns in diesem Monat das Evangelium sowohl weitergeben als auch praktizieren.

 

Eugen, Jürgen, Thomas

 

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01. Aug.
2020
"Frucht bringen!" Blog-Post Bild

"Frucht bringen!"

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

Es war an einem Montag, als Andrea und ich einen Spaziergang machten. Da erweckte ein Gerstenfeld meine Neugier. Es war das satteste, am stärksten bewachsene Gerstenfeld das ich seit langem gesehen hatte. Die Grannen leuchteten und schimmerten in unterschiedlichen Grüntönen in der Sonne.

I

Ich dachte: „Der Bauer wird sich auf eine reiche Ernte freuen können, wenn das Getreide nicht noch durch einen Sturm verdirbt.“

Und ich schaute mir die Gerste genauer an. Ein Gedanke ging mir durch den Kopf.

 

 

Anderes aber fiel auf die gute Erde und gab Frucht: das eine hundert-,

 

das andere sechzig-, das andere dreißig.

 

(Mt 13:8)

 

Wie kommt es, dass Jesus von hundert- sechzig- und dreißig-fach Frucht spricht? Er spricht davon im Zusammenhang mit dem 4-fachen Ackerfeld.1 Die unterschiedlichen Erträge kommen bei unterschiedlichen Menschen vor, die Gottes Wort hören und es in ihrem Herzen bewahren (viertes Ackerfeld). Im Gleichnis vom 4-fachen Ackerfeld erklärt Jesus seinen Jüngern, warum nicht alle ausgestreute Saat aufgeht und Frucht bringt. Es soll ihnen die Hintergründe aufzeigen und ihnen Mut machen, darauf zu vertrauen, dass etwas von ihrem Tun, von ihrem Ausstreuen aufgehen wird. Und das wird bis zu hundertfältig Frucht bringen.

Ich habe mir die Gerstenpflanzen angeschaut und gesehen, dass aus einem Wurzelstock bis zu 4 oder manchmal 5 Ähren aufgewachsen waren. Jede Ähre hatte bis zu 24 Körner dran. Das erklärte diese Staffelung.

Warum manche Samen mehr hervorbringen als andere hängt wahrscheinlich mit ihrem Standort zusammen und dem damit verbundenen Nahrungsangebot im Boden.

Ich habe festgestellt, seit unsere Nachbarn ihre Birken gefällt haben (darauf hatte ich keinen Einfluss), ist unsere Konifere vor dem Haus, die immer mehr abgestorben war, wieder am Grünen und Wachsen.

 

 

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht,

(Joh. 15:5)

 

Du stellst dir die Frage, warum dein geistliches Leben so wenig fruchtbar ist?

Du möchtest Gottes Wort festhalten, du möchtest wachsen und Frucht bringen, und gehörst also nicht zu den 3 anderen Ackerfeldern, aber es gelingt dir trotzdem nicht.

Wenn das so ist, dann stell dir die Frage: „Was ist sonst in meinem Leben drin, was mir den Saft abzieht, was das Wort Gottes nicht wachsen lässt, so dass es nur spärlich Frucht bringt?

Was belegt deine Gedankenwelt so sehr, dass du über Gott und Sein Wort gar nicht mehr zum Nachdenken, Nachsinnen kommst und dein Leben immer weniger davon geprägt wird?

Manchmal ist alles in Ordnung, man ist ungeteilten Herzens bei der Sache und dennoch wünscht man sich mehr Frucht.

Als Jesus von Sich als dem Weinstock spricht, sagt Er dass wir in Ihm bleiben müssen und Er in uns bleiben muss. Es ist wie eine gegenseitige Durchdringung. Und je mehr wir durchdrungen sind von Jesus und Er von uns, umso mehr werden wir von Ihm, Seinem Leben, Seiner Kraft, Seinem Geist bekommen.

Wir haben zuhause einen Weinstock und dieses Jahr hat er tatsächlich Trauben. Da habe ich mich entschieden das sonst der Begrünung dienende Laub auszudünnen. Ich will, dass die Trauben was werden – und er hat sich nicht gewehrt.

Jesus würde oft gerne unser Leben ausdünnen, damit die Frucht wachsen kann und nicht nur nette Blätter.

 

 

Jede Rebe an mir,


die Frucht bringt, die reinigt er, daß sie mehr Frucht bringe.

 

(Joh. 15:2)

 

Was würde Er gerne bei dir ausdünnen? Wo geht bei dir Zeit, Energie, gedankliche Kraft oder emotionales Engagement hinein, das dir fehlt, um wirklich gute Frucht zu bringen. Oder bist du so sehr mit dir selbst und deinem äußeren Schein (Viele Blätter) beschäftigt, dass für die Frucht keine Zeit, keine Kraft kein Glauben, keine Vision etc. übrig bleibt?

Jesus hat jeden von uns gesetzt, dass wir hingehen und Frucht bringen und unsere Frucht bleibt. Lass dich von Jesus freisetzen, lass dich von Ihm beschneiden, lass die Dinge aus deinem Leben entfernen, die dir den nötigen Saft rauben. Und lass dich da einpflanzen, wo du guten Boden hast.

Du sagst: „Der Boden auf dem ich bin, ist nicht gut“.

Auf unserem Gelände wächst überall der von mir geliebte Rukola und er wächst auf Boden, der sehr karg ist, wenig Wasser und wenig bis gar keinen Humus hat. Aber er liebt diesen Boden. Wenn du eine Rukola-Pflanze bist dann vergleiche dich nicht mit einer anderen, sondern bringe da Frucht, wo du gerade bist.

Wenn du dich aber nicht mehr mit Jesus und Seinem Leib verbunden fühlst, lass dich wieder neu und bewusst in Seinen Leib, in Seinen Weinstock einpflanzen. Jesus will, dass du ungehindert viel Frucht bringen kannst.

 

Eugen, Jürgen, Thomas

 

 

1Math. 13:13-23

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28. Jun.
2020
"Social distancing?" Blog-Post Bild

"Social distancing?"

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

Man kann‘s schon lange nicht mehr hören. Und dennoch beschäftigt es uns weiterhin. Und es ist auch immer wieder Grund, dass es zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Wir wollen uns nicht zu den Unterschiedlichkeiten der Betrachtungsweisen in dieser Situation äussern. Wir wollen mit euch einen Blick in die Vergangenheit wagen, denn das, was wir erleben, gab es immer wieder auch in der Zeit der noch relativ jungen christlichen Kirche.

Dionysius, Bischof von Alexandria, schreibt über die Zeit der Plage von 249-262:

"Die meisten unserer Mitchristen zeigten grenzenlose Liebe und Loyalität, verschonten sich nie und dachten nur aneinander. Unbekümmert um die Gefahr nahmen sie sich der Kranken an, kümmerten sich um alle ihre Nöte und dienten ihnen in Christus, und mit ihnen verließen sie dieses Leben in heiterem Glück; denn sie wurden von anderen mit der Krankheit angesteckt, zogen die Krankheit ihrer Nächsten auf sich und nahmen ihre Schmerzen freudig auf sich.

 

So, in Liebe zu euch hingezogen, waren wir willig, euch nicht allein das Evangelium Gottes, sondern auch unser eigenes Leben mitzuteilen, weil ihr uns lieb geworden wart. ( 1.Thess 2:8)

 

Viele, die andere pflegten und heilten, übertrugen ihren Tod auf sich selbst und starben an ihrer Stelle. Die besten unserer Brüder verloren auf diese Weise ihr Leben, eine Reihe von Presbytern, Diakonen und Laien errangen hohe Anerkennung, so dass der Tod in dieser Form, das Ergebnis großer Frömmigkeit und starken Glaubens, in jeder Hinsicht dem Martyrium gleichkommt".

Im Gegensatz dazu verglich er die Reaktion der Nichtchristen der damaligen Zeit und sagte

"Die Heiden verhielten sich genau umgekehrt. Beim ersten Ausbruch der Krankheit stießen sie die Betroffenen weg und flohen vor ihren Liebsten, warfen sie auf die Straße, bevor sie tot waren, und behandelten die nicht begrabenen Leichen wie Dreck, in der Hoffnung, dadurch die Ausbreitung und Ansteckung der tödlichen Krankheit zu verhindern...". 1

Im vierten Jahrhundert gab es wiederum eine Plage. Zu der ist zu lesen:

Was sich während der Epidemien abspielte, war nur eine Intensivierung dessen, was jeden Tag unter den Christen vor sich ging... In der Tat war die Wirkung der christlichen Barmherzigkeit so offensichtlich, dass der Kaiser Julian im vierten Jahrhundert, als er versuchte, das Heidentum wiederherzustellen, das heidnische Priestertum ermahnte, mit den christlichen Wohltätigkeitsorganisationen zu konkurrieren.

Laßt uns also nun, wie wir Gelegenheit haben, allen gegenüber das Gute wirken, am meisten aber gegenüber den Haus-genossen des Glaubens!
(Gal 6:10)

In einem Brief an den Hohepriester von Galatien drängte Julian2 auf die Verteilung von Getreide und Wein an die Armen und bemerkte, dass "die gottlosen Galiläer [Christen] zusätzlich zu ihren eigenen die unseren unterstützen, [und] es ist beschämend, dass unsere Armen unsere Hilfe nötig haben". Aber es gab wenig oder gar keine Reaktion auf Julians Vorschläge, weil es keine Lehren und keine traditionellen Praktiken gab, auf denen der heidnische Priester aufbauen konnte.... Die Christen glaubten an das ewige Leben. Heiden glaubten höchstens an ein unattraktives Leben in der Unterwelt. Es hätte daher für Galen weitaus mehr Mut erfordert,3 in Rom zu bleiben, um die Betroffenen während der ersten großen Pest zu behandeln, als für die christlichen Diakone und Presbyter, um dies zu tun. Der Glaube zählte.“4

 

führt euren Wandel unter den Nationen gut, damit sie, worin sie gegen euch als Übeltäter reden, aus den guten Werken, die sie anschauen, Gott verherrlichen am Tage der Heimsuchung!. (1Pe 2:11-12)

 

Kirchengeschichtler sind sich einig: Das Christentum erlebte, neben dem mutigen Bekenntnis mit der Bereitschaft zum Martyrium, gerade auch durch den praktisch gelebten Glauben besonders in diesen Zeiten der allgemeinen Not seine beispiellose Ausbreitung.

Wir grüßen euch mit 1.Petr. 2:11-12 Geliebte, wir ermahne euch als Beisassen und Fremdlinge, daß ihr euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten, enthaltet, und führt euren Wandel unter den Nationen gut, damit sie, worin sie gegen euch als Übeltäter reden, aus den guten Werken, die sie anschauen, Gott verherrlichen am Tage der Heimsuchung!

 

 

Eure Eugen und Jürgen

 

 

 

1 “The Rise of Christianity” by Rodney Stark (p.76ff)

2Flavius Claudius Iulianus war von 360 bis 363 römischer Kaiser

3Ein bekannter römischer Arzt der damaligen Zeit

4The Triumph of Christianity: How the Jesus Movement Became the World’s Largest Religion, Rodney Stark

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01. Jun.
2020
Nutze die Gelegenheit! Blog-Post Bild

Nutze die Gelegenheit!

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

Mit den Lockerungen der Re-striktionen stellen sich viele die Frage: „Was darf ich schon und was noch nicht?“ „Was ist mir erlaubt, was entspricht den Regularien?“

Seit ich mich erinnern kann habe ich noch nie so was erlebt! Dass die ganze Gesellschaft so in Folgsamkeit erstarrt ist. Eine Erstarrung, die die Lockerungen noch nicht mal so richtig wahrnimmt.

Es stellt sich effektiv die Frage: „Wie kommen wir aus dieser Erstarrung wieder heraus? Wie lernen wir wieder zu leben?“

Wandelt in Weisheit gegenüber denen, die draußen sind, kauft die gelegene Zeit aus!
(Kol. 4:5)

Im Nachdenken über dieses und andere Themen bin ich auf einen Bibeltext gestoßen, die uns helfen kann: „Seht nun genau zu, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als Weise! Kauft die rechte Zeit aus! Denn die Tage sind böse. Darum seid nicht töricht, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist!“ (Eph. 5:15-17)

Seid weise!

Wie können wir weise sein? Wie können wir wissen, was weise ist?

Die Bibel sagt: „Die Furcht des HERRN ist der Weisheit Anfang; und Erkenntnis des allein Heiligen ist Einsicht.“ (Spr. 9:10)

Wir werden nur Weisheit und Einsicht erlangen, wenn wir uns in echter Gottesfurcht unserem Gott anvertrauen und auf Ihn schauen.

In unseren Begriffen bedeutet das: Jesus kennen und Ihm folgen. Sein Jünger sein.

Nutzt die Gelegenheit

Das sagt dieses “Kauft die rechte Zeit aus“ Kauft den Kairos aus, nutzt den Kairos! Sucht den größten Nutzen in dieser Situation.

Was der größte Nutzen ist hängt von unseren Zielen und Werten ab: Wofür wir leben, wofür wir arbeiten, welcher Bestimmung unser Leben dient.

Deshalb ist der dritte Punkt genau so wichtig.

Der Wille Gottes

Paulus ermuntert uns, zu verstehen, was der Wille Gottes ist, was Er in jeder Situation unter allen Umständen von uns will.

Was ist Gottes Wille?

Gottes Wille ist, dass wir ganz Sein sind, und ganz für Ihn leben.

Denn dies ist Gottes Wille: eure Heiligung,“ (1Th 4:3)

...der Wille Gottes ist: das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.“ (Röm 12:2)

Sagt in allem Dank! Denn dies ist der Wille Gottes ...“ (1Th 5:18)

Aber Er hat auch einen über unser eigenes Leben hinaus gehenden Willen: „...welcher will, daß allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ (1Tim. 2:4 LUT)

Predige das Wort, stehe bereit zu gelegener und ungelegener Zeit;
(2.Ti 4:2)

Wir sollen also in Weisheit bei jeder Gelegenheit Seinen Willen tun, der auch darin besteht, dass Menschen geholfen wird und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen, der Wahrheit in Jesus Christus.

Wenn man so will, sollte das immer unsere 1. Maxime sein.

Der Missionsbefehl gilt zu jeder Zeit, unter allen Umständen, bei jeder sich bietenden Gelegenheit.

Unser Text sagt: „denn die Tage sind böse“.

Man könnte sagen „die Zeit ist böse“, oder „das Gesamtklima in der Gesellschaft ist böse, ist schlecht“. Man könnte auch sagen: „Die Zeit, die Umstände sind schlecht“.

Das würde aber bedeuten, dass gerade in unpassenden, schlechten Umständen, da, wo wir denken: „Jetzt geht‘s grad nicht, jetzt ist es unpassend“, möglicherweise gerade der Kairos ist.

Was wäre die Konsequenz?

Konsequenzen

Wir haben den Fokus immer auf dem Anderen, dem, der Jesus noch nicht kennt, oder dem, von dem wir nicht wissen, ob er Ihn kennt.

Was würde sich dadurch ändern?

Wir würden neue Leute in unseren Freundeskreis integrieren, statt sie allein zu lassen.

Unser Freundeskreis würde wachsen. Die Chancen stiegen, dass neue Leute auch die Freunde meiner Freunde würden.

Und wir müssten lernen zu teilen oder sogar loszulassen, wenn sich stärkere neue Freundschaften bilden würden.

Seid aber jederzeit bereit zur Verantwortung jedem gegenüber, der Rechen-schaft von euch über die Hoffnung in euch fordert,

(1Pe 3:15 )

Wir würden unsere traute Zweisamkeit als junges Ehepaar oder frischgebackene Eltern für Singles öffnen und ihnen ein Zuhause, einen Familienanschluss, eine Patenrolle anbieten.

Wir würden auf dem Spielplatz, beim Einkaufen, beim Spaziergang mit dem Hund, beim Warten auf den Bus, beim Anstehen in der Schlange die Gelegenheit suchen und nutzen und das trotz „social distancing“.

Ein freundlicher Blick oder ein fröhliches Augenzwinkern über die Gesichtsmaske hinweg, ein ermutigendes Wort zu den Ungeduldigen, ein tröstendes an die Verzweifelnden wäre möglicherweise der Anfang.

Manche von uns beten um Gelegenheiten über Jesus zu reden. Ich glaube die meisten von uns brauchen eher Jesu leichten Tritt in unseren Hintern, wenn Er uns Gelegenheiten gibt.

Und wir brauchen wahrscheinlich noch mehr Liebe und Erbarmen für diejenigen, die Ihn noch nicht kennen und ohne Ihn, Seine Vergebung, Seine Liebe, Seine Freundschaft und ohne das neue Leben, das Er ihnen schenken möchte, ihr Leben führen müssen.

Und vielleicht brauchen wir auch wieder die Gemeinschaft der Gemeinde, durch die wir inspiriert, ermutigt, angeregt und für Jesu tolle Berufung begeistert werden. - - Don‘t miss it!

 

 

Eugen, Jürgen,Thomas

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01. Mai
2020
VEREINT IN DER ZerSTrEuUnG Blog-Post Bild

VEREINT IN DER ZerSTrEuUnG

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

Jakobus schreibt in seinem Brief: „Jako-bus, Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus, den zwölf Stämmen, die in der Zerstreuung sind, seinen Gruß! (Jak 1:1

Die Gemeinde in Jerusalem war durch eine schlimme Zeit der Verfolgung gegangen, die sich in der Zerstreuung des Großteils der Gemeinde auswirkte. Jakobus (der Bruder Jesu und Hauptleiter in Jerusalem) weiß, dass sie auch weiterhin Hilfe und Richtungsweisung auf ihrem Weg in der Zerstreuung brauchen, weshalb er ihnen diesen Brief schreibt.

Wie jeder eine Gnadengabe empfangen hat, so dient damit einander als gute Verwalter der verschiedenartigen Gnade Gottes!
(1Pe 4:10 )

 

Wir, die Regiogemeinde Weil sind wie alle Gemeinden für eine relativ kurze Zeit in gewisser Weise zerstreut, reduziert auf unsere Wohnungen, ohne Möglichkeit sich zu sehen und sich gegenseitig zu ermutigen, zu helfen, zu dienen und Gemeinschaft zu haben, denn selbst die Medien, mit denen wir uns auszuhelfen versuchen, können die Nähe und Wärme eines tatsächlichen Gegenübers nicht ersetzen.

Und da stehen wir in derselben Situation wie die zerstreute Gemeinde.  Ihnen schreibt Jakobus dann weiter.

V 2 Haltet es für lauter Freude, meine Brüder, wenn ihr in mancherlei Versuchungen geratet,

In der Zerstreuung liegen Gefahren. Eine der Gefahren ist, dass man in der Zerstreuung bleibt. So wie es Sach. 13:7 heißt: „Schlage den Hirten, daß die Schafe sich zerstreuen!“

Glückselig der Mann, der die Versuchung erduldet! Denn nachdem er bewährt ist, wird er den Siegeskranz des Lebens empfangen, den der Herr denen verheißen hat, die ihn lieben. “
 
(Jak 1:12)

 

Wenn du in der Versuchung stehst, dass du in der Zerstreuung bleibst, dann erkenne, was da abgeht. Erkenne, dass die Gedanken „Niemand interessiert sich für mich, niemand fragt nach mir, niemand ruft mich an, besucht mich“ jeder haben kann, wenn jeder darauf wartet, dass andere aktiv werden während man selber passiv bleibt. Und dann erkenne, dass es ein Grund zur Freude ist und ein Grund zum Widerstand gegen solche Gedanken. Es sind nicht die Gedanken Gottes, es sind die Gedanken des Teufels und deines eigenen Fleisches.

Gleichzeitig kann man sich an den Zustand der Zerstreuung auch gewöhnen und kann sich denken, dass Gemeinde, Gemeinschaft, Gottesdienst wohl doch nicht so wichtig sind. Man ernährt sich, kann sich auch übers Internet ernähren, findet überall genügend Predigten.

Und man wird der eigenen Gemeinde entwöhnt.

Aber es ist eine gefährliche Entwöhnung. Und auch eine ungesunde Ernährung. Denn es geht uns wie mit dem natürlichen Körper. Wenn wir nicht raus können und uns bewegen können werden wir fett, übergewichtig und unbeweglich. 

Wir brauchen für eine gesunde geistliche Verdauung auch die Möglichkeit es praktisch auszuleben und dazu gehört nun mal besonders auch die Gemeinde.

Dazu kommt, dass wir uns möglicherweise auch einseitig ernähren, weil wir „unser Steckenpferd“ verfolgen können. Immer nur Pommes ist halt auch ungesund.

Jakobus spricht auch vom Erkennen:

V 3 indem ihr erkennt, daß die Bewährung eures Glaubens Ausharren bewirkt.

Dein und unser Glaube wird in dieser Zeit bewährt. Du wirst herausgefordert deinen Glauben auch in schwierigen Situationen, wie der gegenwärtigen Vereinzelung und der damit einhergehenden Einsamkeit zu lebe. Dieser Glaube, dass Jesus trotzdem da ist, dich liebt, auch in den und durch die anderen liebt, wird geprüft.

So lange man nicht das Ende der Versuchung, der Prüfung sieht, scheint alles sinnlos und mühselig.

Deshalb schreibt Jakobus auch vom Ziel der Versuchung und des damit verbundenen Ausharrens, des Aushaltens, der Ausdauerübung.

V4 Das Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr vollkommen und vollendet seid und in nichts Mangel habt.“

Am Ende aller Prüfung steht nach biblischen Maßstäben nicht ein Blatt Papier, sondern eine Befähigung, eine Ausstattung mit etwas, was wir vorher nicht hatten.

Prüfungen, Versuchungen, haben keinen Sinn in sich. Sie haben zum Ziel uns vollkommen zu machen, das Werk Gottes, was mit der Erlösung und Wiedergeburt begonnen hat, zur Vollendung zu bringen. Wir sollen so weit wachsen, dass an unserem neuen Menschen, der in Christus geschaffen ist, nichts mehr fehlt, dass er vollständig ist. Alle Gliedmaßen ausgebildet sind und alle ihre Fähigkeiten erlernt sind und alle damit verbundenen Möglichkeiten erforscht und erprobt wurden.

Das Gleichnis von den anvertrauten Pfunden macht deutlich, dass nach dem Spiel vor dem Spiel ist.

Die Knechte wurden in ihrem Leben geprüft, um danach richtig viel Verantwortung zu bekommen.

Und das geschieht auch mit uns. Wir werden hier auf dieser Welt nicht fürs Sanatorium vorbereitet, sondern für Gottes neue Aufgaben im neuen Himmel und auf der neuen Erde.

Nun scheint es so, dass wir, unter gewissen Einschränkungen, bald wieder Gottesdienst feiern können. Hat sich das Thema damit erübrigt?

Nein, denn es kann sehr leicht sein, dass diese Situation sich schnell wieder verändert oder durch einen anderen Auslöser wiederholt.

Deshalb ist es wichtig welche Lehren für die Zukunft wir für uns selbst und als Gemeinde aus den vergangenen Wochen ziehen, wie wir daraus gestärkt, gewachsen, ausgestattet mit Neuem hervorgehen.

Wir werden uns bemühen auch weiter die Gottesdienste zu streamen.

Warum?

Weil wir dadurch mehr Menschen erreichen als mit den Gottesdiensten allein.

Kannst du dann zuhause bleiben? Im Grunde schon – aber dann beraubst du dich selbst der Gemeinschaft des Leibes Jesu und des Segens, den dieser für dich bereithält.

Wird dir das gut tun? Sicherlich nicht! Du würdest damit ausdrücken, dass Du den Leib Jesu geringschätzt und letztlich Jesus nicht glaubst, dass Seine Gemeinde für dich wichtig ist. Jesus will dir doch durch die Vielfalt in Seinem Leib auf vielfache Weise dienen, dich zum Wachstum bringen.

Dass wir einander brauchen und einander fehlen, haben wir sicherlich alle zur Genüge gemerkt. Deshalb freuen wir uns euch wieder zu sehen, mit euch wieder Gemeinschaft zu haben und Gott von ganzem Herzen, ganzer Seele, mit ganzem Gemüt und ganzer Kraft anzubeten.

 Eugen, Jürgen,Thomas

 

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