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01. Dez.
2020
"Mein Licht scheint!" Blog-Post Bild

"Mein Licht scheint!"

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

Das war das Wort, das mir in den Sinn kam, als ich Gott fragte, was wir Älteste euch in diesem Gemeindebrief schreiben sollten. Was will uns Gott in diesen Monat hinein sagen? Er sagt uns: „Mein Licht scheint!“ und Er will, dass wir proklamieren: „Mein Licht scheint.“

Der HERR ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten? Der HERR ist meines Lebens Zuflucht, vor wem sollte ich erschrecken?“
(
Psalm 27:1)

 David hat vor 3000 Jahren in Psalm 27:1 bekannt: „Der HERR ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten ?

 Der HERR ist meines Lebens Zuflucht, vor wem sollte ich erschrecken ?“

 Als Christen glauben du und ich daran, dass Gott vollkommen ist und daher sich nicht zu ändern braucht. Sein Wesen ist ewig und daher ändert sich Seine Haltung, Seine Meinung und Seine Handlungsmöglichkeit und Handlungsweise auch nicht.

 Er ist auch heute noch unser Licht, ja dieses Licht wurde in unserer Welt besonders sichtbar durch Seinen Sohn Jesus Christus, der uns zum Heil, zur Errettung, gekommen ist.

 Seit Jesus in diese Welt gekommen ist, scheint dieses Licht in der Welt. Wenn du Jesus als Herrn und Erlöser angenommen hast, ist dieses Licht in dir. Du bist nie mehr im Dunkeln.

 Angesichts der Tatsache, dass JAHWEH Davids Licht und Heil ist, fragt er sich: Vor wem fürchte ich mich?

 Und Gott fragt uns: „Vor wem fürchtest du dich? Was jagt dir Furcht ein, was lässt dich vor Furcht erstarren? Was nimmt dir die Lebenskraft und Lebensfreude?“

 Manche kennen mehr den Luthertext in dem es dann heißt: "Der Herr ist meines Lebens Kraft."

 Die Elberfelder Übersetzung spricht von "meines Lebens Zuflucht". JAHWEH ist die Person, bei der wir Zuflucht nehmen können. Was bedeutet das ganz praktisch?

 Wir kennen es von kleinen Kindern. Was machen sie, wenn sie Angst haben? Sie laufen, so schnell ihre Beine sie tragen können zu ihren Eltern und stellen sich, während sie ein Bein von Mama oder Papa mit beiden Armen fest umklammern, hinter die Eltern. Sie verbergen sich im Schutz ihrer Eltern.

 Wenn wir bedroht sind, dann laufen wir so schnell wir können zu unserem Gott und wie die Kinder bergen wir uns in Seinem Schutz.

 Im Kolosserbrief lesen wir: "Denn ihr seid gestorben, und euer Leben ist verborgen mit Christus in Gott. (Kol. 3:3)

 Das macht deutlich: Wir sind eigentlich immer verborgen und damit geborgen.

 Daher können wir mit David fragen: Vor wem / was erschrecke ich?

 Was versetzt uns in Panik? Was lässt uns alle Vernunft und Rationalität verlieren?

 Dass wir mit Jesus Christus zusammen in Gott verborgen sind, kann uns eine Ausgangslage verschaffen, die uns hilft unser Leben und alles, was damit zusammenhängt, in Ruhe anzuschauen.

 Ein sehr beliebter Vers an Weihnachten ist:

Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ (Jesaja 60:2)

  Das ist Geschichte. Dieses Licht kam: Jesus ist gekommen. Wir haben ein Licht, das nicht verlöscht, das uns hilft die Dinge bei Licht zu betrachten. Wir Christen haben die Fähigkeit dahin zu schauen, wo die Welt nicht hinschauen kann. Wir sehen Dinge, die die Welt nicht sieht, und wir können deshalb ohne Angst und Furcht leben und handeln.

 Daher erwarte, dass Jesus Christus dir Einsicht und Verständnis gibt, das „nicht mainstream“ ist. Erwarte, dass du Weisheit und Erkenntnis bekommst, die dich zum Sehenden unter Blinden macht.

  Der Text in Jesaja geht noch weiter:

 „Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht.“ (Jesaja 60:3). Dieser Vers muss uns unweigerlich vor die Frage stellen: Lebe ich und du so, dass die Menschen um uns herum dieses Licht sehen?Leben du und ich so, dass sichtbar ist: da ist Licht, da ist Wahrheit, da ist Orientierung, da ist Ruhe und Frieden, da ist Sicherheit und da ist Jesus?

 Leben wir das aus, dass wir uns nicht fürchten, dass uns nichts erschrecken kann?

 David spricht in seinem Psalm von Übeltätern, Widersachern, Feinden, Heeren, Kriegen. Und er bekennt: In all dem verlasse ich mich auf dich, auf JAHWEH.

 Was sehen die Leute in deinem Leben? Auf wen verlässt du dich?

 

Eines bitte ich vom HERRN, ... daß ich im Hause des HERRN bleiben könne mein Leben lang,“
(Ps. 27:4)

 Was ist Davids Bitte für solche Situationen: „Eines bitte ich vom HERRN, das hätte ich gerne: dass ich im Hause des HERRN bleiben könne mein Leben lang,“ Ps. 27:4

 Warum will er das?

 „Denn er deckt mich in seiner Hütte zur bösen Zeit, er birgt mich im Schutz seines Zeltes und erhöht mich auf einen Felsen.“ Ps. 27:5

 David wusste: Das Zelt Gottes war der Ort, wo Er seine Herrlichkeit wohnen ließ. Gott würde für die Sicherheit dieses Ortes und damit auch die von David sorgen.

 Was ist heute dieser Ort der Wohnung der Herrlichkeit Gottes und damit der Sicherheit?

 Die Gemeinde!

 Lass nicht zu, dass dir dieser Ort der Sicherheit und Geborgenheit genommen wird.

 Darum bitten wir dich um deinetwillen und wünschen dir eine gesegnete Weihnachtszeit.

 

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01. Nov.
2020
"Leben mit offenen Fragen" Blog-Post Bild

"Leben mit offenen Fragen"

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

Wie kein anderes Buch ist das Buch Hiob geeignet uns zu helfen, mit offenen Fragen zu leben.

Am Anfang wird uns berichtet, wie Hiob als ein frommer gottesfürchtiger Mann von Schicksalsschlägen heimgesucht wird.

 Dem Leser werden die Hintergründe berichtet, aber Hiob weiß von diesen nichts.

 Er verliert seinen Besitz, seine Kinder und im gewissen Sinn auch seine Frau; denn als er auch noch seine Gesundheit verliert, da rät sie ihm, Gott den Rücken zu kehren und zu sterben.

 Dann kommen seine Freunde, um mit ihm zu trauern und zu schweigen. Aber dabei bleibt es nicht. Sie beginnen die Ursachen seines Unglücks anzuschauen.

 In all dem lässt sich Hiob trotzt allem Fragen, Klagen und auch Anklagen nie dazu hinreißen, Gott den Rücken zu kehren.

 Am Ende tritt Gott auf den Plan:

 Gott stellt Sich ihm entgegen und sagt ihm: „Gürte doch wie ein Mann deine Lenden! Dann will ich dich fragen, und du sollst mich belehren! (Job 38:3 + 40:7)

 Und im Grunde stellt Er Hiob dann Fragen, die mit der Not Hiobs nicht wirklich etwas zu tun haben, aber sehr viel mit Hiobs Verständnis von dem Gott, dem er zu dienen meinte. Die Fragen, die Gott stellt, zeigen Seine Größe und Seine Macht auf.

 Die Antwort von Hiob ist dann:

 

Ich habe erkannt, daß du alles vermagst und kein Plan für dich unausführbar ist.
(Hiob 42:2)

 

Gottes Allmacht befasst sich mit den einfachsten und komplexesten, den kleinsten und den größten Dingen gleichermaßen und sorgt in einer gefallenen Schöpfung für eine das Leben erhaltende Ordnung, in der unsere Einzelschicksale eingebettet sind.

 Am Ende des Dialogs folgt für Hiob, dass er nun von Gott hören und lernen will.

 Durch sein ganzes bisheriges Schicksal wird ihm bewusst, dass er eine nicht zur Erfüllung führende Beziehung zu seinem Gott hat.

 Er bekennt:

 

Vom Hörensagen hatte ich von dir gehört, jetzt aber hat mein Auge dich gesehen. Darum verwerfe ich mein Geschwätz und bereue in Staub und Asche.

(Hiob 42:5-6)

 Aus der Hörensagen-Beziehung heraus hatte Hiob, so wie er es verstand, Gottes Ordnungen gelebt und, wenn diese möglicherweise übertreten wurden, dafür Sühnung gebracht.

 Und Gott kennt ihn und nennt ihn Seinen Knecht Hiob. Hiob aber kannte Gott nur vom Hörensagen.

 Wenn wir Gott in unserem Leben tatsächlich sehen, wenn wir Ihm wirklich begegnen, dann kommt uns unser Denken und Argumentieren so vor wie es Hiob sagt: Es ist Geschwätz. Wenn wir an dem Punkt sind, dann nehmen wir auch die Position von Hiob ein.

 Höre doch, und ich will reden! Ich will dich fragen, und du sollst es mich wissen lassen!“ (Job 42:4) Eigentlich ist es am Ende dieselbe Formulierung, wie in den Versen 38:3 und 40:7: „und du sollst mich belehren“. Es ist der demütige Rollentausch, den es braucht um wirklich Antworten zu bekommen.

 Wir mögen bei dem, was Gott uns lehrt, nicht immer unsere Fragen beantwortet bekommen. Das haben Menschen in der Bibel immer wieder erlebt.

 Aber Gott beantwortet die wirklich wichtigen Fragen unseres Lebens, die wir entweder selbst nicht so formulieren konnten oder sie nicht zu formulieren wagten.

 Bei Schicksalsschlägen neigen wir Menschen dazu, obwohl wir bisher nicht an Gott gedacht haben, zu sagen: Wenn es einen Gott gibt, wie kann er das zulassen?

 Wie konnte Gott zulassen dass Hiob, sein Knecht, ein solches hartes Schicksal erleiden musste?

 Hiob selbst hat in all seinen Fragen, seinen dunklen Stunden der Anklage auch lichte Momente. In einem solchen bekennt er:

 

Doch ich weiß:Mein Erlöser lebt; und als der letzte wird er über dem Staub stehen. Und nachdem man meine Haut so zerschunden hat, werde ich doch aus meinem Fleisch Gott schauen. Ja, ich werde ihn für mich sehen, und meine Augen werden ihn sehen, aber nicht als Fremden.

(Hiob 19:25-27)

 Er ist sich bewusst, dass er einen Erlöser braucht, dass seine eigene Gerechtigkeit nicht ausreicht ihn zu erlösen.

 Gott stellte Sich für uns die Frage, die wir uns ebenso stellen sollten:

 Wie kann ich je vor Gott gerecht sein, also in Seine Nähe und Gegenwart treten?

 Diese Frage hat Er beantwortet in dem Er Seinen Erlöser, den Messias Jesus Christus sandte.

 Von diesem Messias bekennt Johannes: Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit. - (Joh 1:14)

 Jesus ist das Wort und die „Ant-wort“ auf deine und meine offenen Fragen. In Jesus hat uns Gott alles gegeben, was wir zum Leben hier und zum Eingang in die zukünftige Welt brauchen.

 Zu Ihm dürfen wir mit den offenen Fragen kommen, und wir werden mehr als Antworten finden. Wir finden Ruhe und Frieden.

 

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01. Sept.
2020
Wozu Jesus? Blog-Post Bild

Wozu Jesus?

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

„Wozu musste Jesus Mensch werden?“ War eine der vielen großartigen Fragen, die die Kinder in der vergangenen KiwoH 2020 stellten. Ja wozu eigentlich, fragt man sich, wenn man so manchen vom „Evangelium sprechen“ hört.

Kam Jesus, damit wir es hier besser haben? Kam er, um uns ein sinnvolles Leben zu geben? Kam er damit wir mit unserem Alltag besser zurechtkommen?

Der Monatsspruch für September sagt uns, warum Jesus kommen musste.

 

Ja, Gott war es, der in Christus die Welt mit sich versöhnt hat.

 

(2.Kor. 5,19)

 

 Das ist das Zentrum des Evangeliums. Alles andere ist sekundär. Denn vielen Menschen geht es nicht besser, wenn sie Christ werden. Sie leiden Mangel, sie leiden Unterdrückung und Verfolgung. Ihr Alltag ist nicht leichter und manchmal scheint selbst das Leiden keinen Sinn zu machen, auch wenn ihnen Gott im Leiden beisteht.

 Nein, das Zentrum ist, dass Gott uns mit sich selbst durch das Versöhnungsopfer Jesu versöhnt.

Warum musste er das?

 Weil wir in Feindschaft, in Rebellion und in sündiger Sklaverei, fern von ihm, gelebt haben.

Woher kam das?

 Unsere ersten Eltern Adam und Eva lehnten sich im Ungehorsam gegen Gott auf und verloren die Gemeinschaft und die Gunst Gottes. Sie wurden in ihrer Auflehnung Gottes Feinde. Jede tägliche Sünde ist praktischer Ausdruck dieser Rebellion und Feindschaft gegen Gott. Jesus macht sich zum Versöhnungsopfer, stirbt an unserer Stelle für unsere Feindschaft und Rebellion.

 Wenn wir dieses Versöhnungsopfer annehmen, dann stellen wir uns unter unsere Schuld und bekennen, dass wir Erlösung und Versöhnung brauchen.

 Nur wenn wir das tun, dann erleben wir die Versöhnung mit dem dreieinigen Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist. Diese Versöhnung eröffnet uns den Zugang zu diesem dreieinigen Gott, mit dem wir nach dem Tod in Ewigkeit zusammen sein dürfen.

 Das ist das Evangelium und dieses Evangelium müssen wir in seiner Einfachheit und Klarheit weitergeben.

 Ja, Jesus hat geheilt und von Dämonen befreit und hat auch ganz selten mal ein Fest gemacht. Aber das war nicht seine Hauptbotschaft. Seine Hauptbotschaft war: Tut Buße, denn das Reich Gottes ist nahegekommen.

 Diese Buße war nicht einfach: „Be better, do better“

 Nein diese Buße, diese Änderung des Sinnes war eine Busse von innen nach außen.

 Unser Herz, unser inwendiger Mensch musste neu werden.

 

Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen.

(Joh. 3:3)

 Das sagte er Nikodemus, als er mit ihm über die Notwendigkeit sprach, von neuem geboren zu werden.

 Er sagte ihm, dass nur, wenn jemand von neuem geboren werde, er in das Reich Gottes kommen könne, ewiges Leben haben könne. Und das geschehe durch Wasser und Geist.

 Dieser Geist ist ausgegossen, um uns von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht zu überführen. Das sind die zentralen Begriffe des Evangeliums. Umgehen wir die, umgehen wir das Evangelium.

 Wenn wir wollen, dass Menschen wiedergeborene Jesusnachfolger werden, dann müssen wir uns vom Heiligen Geist gebrauchen lassen, diese Wahrheiten weiter zu geben, ob sie bequem sind, ob sie cool sind, ob sie in unsere Partylaune passen oder nicht.

 Nur dann werden wir, was unsere Verantwortung angeht, Jesus im Endgericht mit dem uns anvertrauten Gut begegnen können und er wird sagen können, du bist über wenig treu gewesen, ich will dich über viel setzen, geh ein zu deines Herrn Freude.

 

So tut nun Buße und bekehrt euch, daß eure Sünden ausgetilgt werden, damit Zeiten der Erquickung kommen vom Angesicht des Herrn.

 

(Act 3:19)

 Denn abgerechnet wird am Schluss, am Ende dieser Welt, wenn Jesus wiederkommt. Wehe uns, wenn wir dann mit leeren Händen dastehen, weil wir das Evangelium nicht in Treue und Wahrheit weitergegeben haben, weil wir die Menschen schonen wollte, weil wir vielleicht selbst nicht wirklich versöhnt waren, weder mit Gott noch mit unseren Mitmenschen oder noch schlimmer mit unseren Mitchristen.

 Denn da wird Versöhnung zuallererst sichtbar, wo wir in der Lage sind den anderen Christen mit einem versöhnten und versöhnlichen Herzen zu begegnen.

 Es ist immer wieder ein schmerzliches Erleben, wenn wir es nicht schaffen einander zu vergeben und die empfangene Versöhnung weiter zu geben.

 Denn dazu kam Jesus vor allem anderen. Haben wir aneinander gesündigt, dann suchen wir die Vergebung des Anderen. Ist an uns gesündigt worden, dann sprechen wir Vergebung aus, bis wir dem anderen ohne Groll begegnen können.

 Lasst uns in diesem Monat das Evangelium sowohl weitergeben als auch praktizieren.

 

Eugen, Jürgen, Thomas

 

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01. Aug.
2020
"Frucht bringen!" Blog-Post Bild

"Frucht bringen!"

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

Es war an einem Montag, als Andrea und ich einen Spaziergang machten. Da erweckte ein Gerstenfeld meine Neugier. Es war das satteste, am stärksten bewachsene Gerstenfeld das ich seit langem gesehen hatte. Die Grannen leuchteten und schimmerten in unterschiedlichen Grüntönen in der Sonne.

I

Ich dachte: „Der Bauer wird sich auf eine reiche Ernte freuen können, wenn das Getreide nicht noch durch einen Sturm verdirbt.“

Und ich schaute mir die Gerste genauer an. Ein Gedanke ging mir durch den Kopf.

 

 

Anderes aber fiel auf die gute Erde und gab Frucht: das eine hundert-,

 

das andere sechzig-, das andere dreißig.

 

(Mt 13:8)

 

Wie kommt es, dass Jesus von hundert- sechzig- und dreißig-fach Frucht spricht? Er spricht davon im Zusammenhang mit dem 4-fachen Ackerfeld.1 Die unterschiedlichen Erträge kommen bei unterschiedlichen Menschen vor, die Gottes Wort hören und es in ihrem Herzen bewahren (viertes Ackerfeld). Im Gleichnis vom 4-fachen Ackerfeld erklärt Jesus seinen Jüngern, warum nicht alle ausgestreute Saat aufgeht und Frucht bringt. Es soll ihnen die Hintergründe aufzeigen und ihnen Mut machen, darauf zu vertrauen, dass etwas von ihrem Tun, von ihrem Ausstreuen aufgehen wird. Und das wird bis zu hundertfältig Frucht bringen.

Ich habe mir die Gerstenpflanzen angeschaut und gesehen, dass aus einem Wurzelstock bis zu 4 oder manchmal 5 Ähren aufgewachsen waren. Jede Ähre hatte bis zu 24 Körner dran. Das erklärte diese Staffelung.

Warum manche Samen mehr hervorbringen als andere hängt wahrscheinlich mit ihrem Standort zusammen und dem damit verbundenen Nahrungsangebot im Boden.

Ich habe festgestellt, seit unsere Nachbarn ihre Birken gefällt haben (darauf hatte ich keinen Einfluss), ist unsere Konifere vor dem Haus, die immer mehr abgestorben war, wieder am Grünen und Wachsen.

 

 

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht,

(Joh. 15:5)

 

Du stellst dir die Frage, warum dein geistliches Leben so wenig fruchtbar ist?

Du möchtest Gottes Wort festhalten, du möchtest wachsen und Frucht bringen, und gehörst also nicht zu den 3 anderen Ackerfeldern, aber es gelingt dir trotzdem nicht.

Wenn das so ist, dann stell dir die Frage: „Was ist sonst in meinem Leben drin, was mir den Saft abzieht, was das Wort Gottes nicht wachsen lässt, so dass es nur spärlich Frucht bringt?

Was belegt deine Gedankenwelt so sehr, dass du über Gott und Sein Wort gar nicht mehr zum Nachdenken, Nachsinnen kommst und dein Leben immer weniger davon geprägt wird?

Manchmal ist alles in Ordnung, man ist ungeteilten Herzens bei der Sache und dennoch wünscht man sich mehr Frucht.

Als Jesus von Sich als dem Weinstock spricht, sagt Er dass wir in Ihm bleiben müssen und Er in uns bleiben muss. Es ist wie eine gegenseitige Durchdringung. Und je mehr wir durchdrungen sind von Jesus und Er von uns, umso mehr werden wir von Ihm, Seinem Leben, Seiner Kraft, Seinem Geist bekommen.

Wir haben zuhause einen Weinstock und dieses Jahr hat er tatsächlich Trauben. Da habe ich mich entschieden das sonst der Begrünung dienende Laub auszudünnen. Ich will, dass die Trauben was werden – und er hat sich nicht gewehrt.

Jesus würde oft gerne unser Leben ausdünnen, damit die Frucht wachsen kann und nicht nur nette Blätter.

 

 

Jede Rebe an mir,


die Frucht bringt, die reinigt er, daß sie mehr Frucht bringe.

 

(Joh. 15:2)

 

Was würde Er gerne bei dir ausdünnen? Wo geht bei dir Zeit, Energie, gedankliche Kraft oder emotionales Engagement hinein, das dir fehlt, um wirklich gute Frucht zu bringen. Oder bist du so sehr mit dir selbst und deinem äußeren Schein (Viele Blätter) beschäftigt, dass für die Frucht keine Zeit, keine Kraft kein Glauben, keine Vision etc. übrig bleibt?

Jesus hat jeden von uns gesetzt, dass wir hingehen und Frucht bringen und unsere Frucht bleibt. Lass dich von Jesus freisetzen, lass dich von Ihm beschneiden, lass die Dinge aus deinem Leben entfernen, die dir den nötigen Saft rauben. Und lass dich da einpflanzen, wo du guten Boden hast.

Du sagst: „Der Boden auf dem ich bin, ist nicht gut“.

Auf unserem Gelände wächst überall der von mir geliebte Rukola und er wächst auf Boden, der sehr karg ist, wenig Wasser und wenig bis gar keinen Humus hat. Aber er liebt diesen Boden. Wenn du eine Rukola-Pflanze bist dann vergleiche dich nicht mit einer anderen, sondern bringe da Frucht, wo du gerade bist.

Wenn du dich aber nicht mehr mit Jesus und Seinem Leib verbunden fühlst, lass dich wieder neu und bewusst in Seinen Leib, in Seinen Weinstock einpflanzen. Jesus will, dass du ungehindert viel Frucht bringen kannst.

 

Eugen, Jürgen, Thomas

 

 

1Math. 13:13-23

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28. Jun.
2020
"Social distancing?" Blog-Post Bild

"Social distancing?"

veröffentlicht in Monatsbrief von Eugen

Man kann‘s schon lange nicht mehr hören. Und dennoch beschäftigt es uns weiterhin. Und es ist auch immer wieder Grund, dass es zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Wir wollen uns nicht zu den Unterschiedlichkeiten der Betrachtungsweisen in dieser Situation äussern. Wir wollen mit euch einen Blick in die Vergangenheit wagen, denn das, was wir erleben, gab es immer wieder auch in der Zeit der noch relativ jungen christlichen Kirche.

Dionysius, Bischof von Alexandria, schreibt über die Zeit der Plage von 249-262:

"Die meisten unserer Mitchristen zeigten grenzenlose Liebe und Loyalität, verschonten sich nie und dachten nur aneinander. Unbekümmert um die Gefahr nahmen sie sich der Kranken an, kümmerten sich um alle ihre Nöte und dienten ihnen in Christus, und mit ihnen verließen sie dieses Leben in heiterem Glück; denn sie wurden von anderen mit der Krankheit angesteckt, zogen die Krankheit ihrer Nächsten auf sich und nahmen ihre Schmerzen freudig auf sich.

 

So, in Liebe zu euch hingezogen, waren wir willig, euch nicht allein das Evangelium Gottes, sondern auch unser eigenes Leben mitzuteilen, weil ihr uns lieb geworden wart. ( 1.Thess 2:8)

 

Viele, die andere pflegten und heilten, übertrugen ihren Tod auf sich selbst und starben an ihrer Stelle. Die besten unserer Brüder verloren auf diese Weise ihr Leben, eine Reihe von Presbytern, Diakonen und Laien errangen hohe Anerkennung, so dass der Tod in dieser Form, das Ergebnis großer Frömmigkeit und starken Glaubens, in jeder Hinsicht dem Martyrium gleichkommt".

Im Gegensatz dazu verglich er die Reaktion der Nichtchristen der damaligen Zeit und sagte

"Die Heiden verhielten sich genau umgekehrt. Beim ersten Ausbruch der Krankheit stießen sie die Betroffenen weg und flohen vor ihren Liebsten, warfen sie auf die Straße, bevor sie tot waren, und behandelten die nicht begrabenen Leichen wie Dreck, in der Hoffnung, dadurch die Ausbreitung und Ansteckung der tödlichen Krankheit zu verhindern...". 1

Im vierten Jahrhundert gab es wiederum eine Plage. Zu der ist zu lesen:

Was sich während der Epidemien abspielte, war nur eine Intensivierung dessen, was jeden Tag unter den Christen vor sich ging... In der Tat war die Wirkung der christlichen Barmherzigkeit so offensichtlich, dass der Kaiser Julian im vierten Jahrhundert, als er versuchte, das Heidentum wiederherzustellen, das heidnische Priestertum ermahnte, mit den christlichen Wohltätigkeitsorganisationen zu konkurrieren.

Laßt uns also nun, wie wir Gelegenheit haben, allen gegenüber das Gute wirken, am meisten aber gegenüber den Haus-genossen des Glaubens!
(Gal 6:10)

In einem Brief an den Hohepriester von Galatien drängte Julian2 auf die Verteilung von Getreide und Wein an die Armen und bemerkte, dass "die gottlosen Galiläer [Christen] zusätzlich zu ihren eigenen die unseren unterstützen, [und] es ist beschämend, dass unsere Armen unsere Hilfe nötig haben". Aber es gab wenig oder gar keine Reaktion auf Julians Vorschläge, weil es keine Lehren und keine traditionellen Praktiken gab, auf denen der heidnische Priester aufbauen konnte.... Die Christen glaubten an das ewige Leben. Heiden glaubten höchstens an ein unattraktives Leben in der Unterwelt. Es hätte daher für Galen weitaus mehr Mut erfordert,3 in Rom zu bleiben, um die Betroffenen während der ersten großen Pest zu behandeln, als für die christlichen Diakone und Presbyter, um dies zu tun. Der Glaube zählte.“4

 

führt euren Wandel unter den Nationen gut, damit sie, worin sie gegen euch als Übeltäter reden, aus den guten Werken, die sie anschauen, Gott verherrlichen am Tage der Heimsuchung!. (1Pe 2:11-12)

 

Kirchengeschichtler sind sich einig: Das Christentum erlebte, neben dem mutigen Bekenntnis mit der Bereitschaft zum Martyrium, gerade auch durch den praktisch gelebten Glauben besonders in diesen Zeiten der allgemeinen Not seine beispiellose Ausbreitung.

Wir grüßen euch mit 1.Petr. 2:11-12 Geliebte, wir ermahne euch als Beisassen und Fremdlinge, daß ihr euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten, enthaltet, und führt euren Wandel unter den Nationen gut, damit sie, worin sie gegen euch als Übeltäter reden, aus den guten Werken, die sie anschauen, Gott verherrlichen am Tage der Heimsuchung!

 

 

Eure Eugen und Jürgen

 

 

 

1 “The Rise of Christianity” by Rodney Stark (p.76ff)

2Flavius Claudius Iulianus war von 360 bis 363 römischer Kaiser

3Ein bekannter römischer Arzt der damaligen Zeit

4The Triumph of Christianity: How the Jesus Movement Became the World’s Largest Religion, Rodney Stark

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